Gelsenalarm!

Gelsen sind zwar lästig, aber an sich ungefährlich, sagt der Wiener Dermatologe Dr. Babak Adib: „Im Normalfall werden die Stiche als unangenehm, aber nicht als schmerzhaft empfunden, und eine gröbere lokale allergische Reaktion tritt meist nur dann auf, wenn man sich aufgrund des Juckreizes kratzt. Dadurch wird die Produktion von Histamin angeregt und es können Bakterien in die Wunde eindringen, wodurch eine lokale Entzündung entsteht.“ Damit es erst gar nicht so weit kommt, sollte man die Einstichstelle sofort kühlen – egal womit – und sich keinesfalls kratzen. Ein Arztbesuch sei zu empfehlen, erklärt Adib, „wenn Rötung und Schwellung stärker ausgeprägt sind, sich weit- flächig ausbreiten und schmerzhaft sind. Das sind Anzeichen dafür, dass sich Bakterien, aber auch andere Krankheitserreger im Körper ausbreiten.“

Gelsen lieben Blut. Gelsen scheiden kein Gift aus. Allerdings warnt die Wissenschaft davor, dass sich im Speichel der Gelsen vermehrt Umweltgifte befinden und diese dann an den Menschen weitergegeben werden. Das sei, vermuten Wissenschafter, mit ein Grund, dass viele Menschen immer heftiger auf Stiche reagieren. Beim Stechen injiziert die Gelsen ihren mit Proteinen angereicherten Speichel. Unser Immunsystem bekämpft diese körperfremden Stoffe mit der Ausschüttung von Histamin und löst dadurch eine Entzündungsreaktion aus. Die Folgen: Schwellung und Juckreiz.


 
So schützen Sie sich. „Tragen Sie Kleidung mit langen Ärmeln und lange Hosen, verzichten Sie auf Parfum und stark duftende Cremes“, empfiehlt Adib. „Insektengitter vor den Fenstern und ein Netz über dem Bett sind ein guter Schutz. Und greifen Sie lieber zu synthetischen Gelsenschutzmitteln, weil diese wirksamer sind als ätherische Öle.“ Gelsen, so heißt es, bevorzugen „süßes“ Blut, sie verabscheuen den Duft von Knoblauch und kehren um, sobald sie Zitrusfrüchte oder Lavendel riechen. Alles Humbug, sagt die Wissenschaft. Adib: „Es gibt kein süßes Blut. Ihnen ist die Qualität des Bluts einerlei.“ Dennoch werden Gelsen – wissenschaftlich bewiesen – von Körperwärme, Schweiß, Feuchtigkeit und vom Kohlendioxid, das wir mit der Atemluft ausstoßen, angezogen.

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