Gelassen durch die Feiertage und ins neue Jahr!

Die meisten Menschen machen sich selbst bloß durch übertriebene Forderungen an das Schicksal unzufrieden“, brachte es Wilhelm von Humboldt, ein preußischer Gelehrter des 17. Jahrhunderts, auf den Punkt. Selbst wenn seit damaliger Zeit beinahe 400 Jahre vergangen sind, behält dieses Zitat Aktualitätswert. Vor allem dann, wenn Weihnachten immer näher rückt und sich ein jeder Glückseligkeit und Frieden unter dem Tannenbaum wünscht. Verstärkt wird diese vermeintliche Unzufriedenheit dadurch, dass man gegen Jahresende alle Pläne, Ziele und Vorhaben erledigt wissen will, die man sich vor zwölf Monaten vorgenommen hat. Diese übertriebenen Forderungen werden letztlich von sonnenkargen Wintertagen überschattet. „Und genau die sind es, die der Hauptgrund für die Entstehung einer Winterdepression sind. Das fehlende Sonnenlicht macht unglücklich“, sagt die Wiener Psychologin Mag. Karin Flenreiss-Frankl. Während wir in Österreich oft über den finsteren Winter klagen, dürfen wir uns streng genommen nicht beschweren, denn in Staaten wie Schweden oder Norwegen, wo auch Gegenden oberhalb des nördlichen Polarkreises bewohnt werden, gibt es Dezembertage, an welchen die Sonne kein einziges Mal aufgeht. „Menschen benötigen jedoch ausreichend Sonnenstrahlen, damit der Körper eine genügend hohe Dosis an Serotonin herstellt, jenes Hormon, das uns glücklich macht. Gleichzeitig tut uns übertriebene Dunkelheit auch deshalb nicht gut, weil sie dazu führt, dass verstärkt Melatonin produziert wird, jenes Hormon, das uns wiederum müde werden lässt. Diese Mischung aus mangelnden Glücksgefühlen und steigender Antriebslosigkeit äußert sich manchmal in einer Winterdepression“, erklärt Expertin Flenreiss-Frankl.

Die Sonne als Glücksmaschine
Aber wie erzeugt Sonnenlicht Glück? Vereinfacht ausgedrückt gelangen Sonnenstrahlen in unser Auge und lösen dort, an den sogenannten lichtempfindlichen Ganglionzellen unserer Netzhaut, bestimmte Reize aus. Dadurch schütten diese die sogenannten Botenstoffe Glutamat und PACAP aus, die weiter in das Gehirninnere, zum Nucleus suprachiasmaticus (SCN), gelangen. Dort wird die Produktion verschiedener Hormone gesteuert, so etwa von Melatonin und Serotonin. Kurz gesagt: Viel Sonnenlicht sorgt für eine vermehrte Produktion von Serotonin und macht glücklich. Kein Sonnenlicht hemmt die Serotoninproduktion und intensiviert die Melatoninproduktion und macht sohin müde und unglücklich.

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