„Geborgenheit, Grenzen, Gelassenheit“

Wie eine verlässliche Karte für eine geplante Wanderung, so wichtig ist die Beziehung von Eltern und Kindern für eine gelingende Erziehung. Ein liebevoller und wertschätzender Umgang miteinander ist eine gute Basis für den gemeinsamen Weg. Dabei ist es Aufgabe der Eltern, einfühlsam die Fähigkeiten des Kindes zu erkennen und den nötigen Freiraum zu schaffen, damit ihr Kind sich erproben kann. Durch das Einsetzen und Entwickeln ihrer Talente erfahren Kinder das großartige Erlebnis des „Selberkönnens“ und gewinnen Selbständigkeit. Natürlich beachten die Eltern dabei den Entwicklungsstand des Kindes, geben Sicherheit und sind da, wenn ihr Kind Hilfe braucht. Die jeweils passende Reaktion in der hilfreichen Begleitung des Kindes ist eine tägliche Herausforderung für die Eltern. Eltern können die Rahmenbedingungen schaffen, damit sich ihr Kind gut entwickeln kann, indem sie die Bedürfnisse ihres Kindes nach Nähe, Zuwendung und Anerkennung erfüllen und genug Freiraum und Anregung fürs selbständige Lernen ermöglichen.

Auf einer Wanderung lassen sich trotz einer detaillierten Karte manche Umwege nicht vermeiden, man verirrt sich oder verliert die Orientierung. Dann braucht es Gelassenheit und einen klaren Kopf, wieder zurück zu gehen und den richtigen Weg zu finden. Auch wenn Eltern und Kinder gemeinsam unterwegs sind, können sie sich „verlaufen“. Dann ist es wichtig, sich den Fehler einzugestehen und auch zu erlauben. „Ich darf Fehler machen“ – dieses Eingeständnis wird viele Eltern entlasten und ihnen mehr Gelassenheit schenken. Solche Situationen sind ein Anlass, es zukünftig anders zu machen, man kann sich für einen Fehler entschuldigen. Wichtig ist dabei, dass Eltern ihre Gefühle zeigen und aussprechen. Kinder können den Zorn und die Wut ihrer Eltern besser verkraften, wenn sie den Zusammenhang des Gefühlsausbruchs mit dem auslösenden Anlass verstehen. So lernen Kinder auch ihre eigenen Gefühle zu benennen und mit den Eltern darüber zu sprechen.

Kinder suchen bei Spaziergängen gerne die farbigen Markierungen, die den Weg zeigen sollen. Einmal trägt ein Stein die rot-weiße Markierung, dann wieder ein Baumstamm – wer sieht sie zuerst? Auch im Zusammenleben sind „Markierungen“ ganz wichtig. Sie helfen Gefahren zu vermeiden und sicher weiterzukommen. Diese Regeln geben Sicherheit, Ordnung und Orientierung. Sie zeigen den Kindern den richtigen Weg an. Und dann gibt es auch beim Wandern Zäune, Mauern und Verbotsschilder. Genauso setzen Eltern Grenzen, geben dem Kind einen klar strukturierten Raum vor, innerhalb dessen es sich möglichst frei entfalten kann. Kinder haben auch von sich aus Grenzen. Ihre Entwicklung und Fähigkeiten müssen von den Eltern respektiert werden. Sie dürfen von den Kindern nicht Dinge verlangen, die die Kinder noch nicht können, und die Eltern sollen auf die Bedürfnisse des Kindes Rücksicht nehmen – eine Ruhepause nach der Schule:

Patrick will nicht sofort nach der Schule erzählen müssen. Er will einfach seine Ruhe haben, Zeit für sich. Ebenso haben Eltern ein Recht darauf, dass ihre Bedürfnisse von den Kindern respektiert werden – die Mama braucht nach der Arbeit erst einmal eine Zeit für sich und die Zeitung. Sie erklärt Dominik, dass sie ihm nach 20 Minuten gerne zuhört. Manche Eltern müssen das erst lernen. Sie verzichten zu Gunsten des Kindes auf alles, was ihnen selbst Freude macht, und stecken ihre eigenen Wünsche zurück. Grenzen setzen und einhalten bedeutet, sich gegenseitig als Person zu achten und zu respektieren.

Tipps für Eltern

  • Vereinbaren Sie gemeinsam mit Ihrem Kind Regeln und auch die Folgen bei Nicht-Einhalten – so weiß Ihr Kind, was passiert, wenn es die Regel bricht.
  • Die vereinbarten Konsequenzen sollten zur Sache passen und nicht zu klein und nicht zu groß sein.
  • Konsequenzen sollen über einen für das Kind überschaubaren Zeitraum ausgemacht werden, sonst wird das Kind entmutigt.
  • Halten Sie sich an einmal vereinbarte Absprachen, dann erlebt Ihr Kind Sie als einen verlässlichen Partner. Manchmal hilft auch ein schriftlicher Vertrag.
  • Immer wieder ist Handeln statt endlosem Reden angesagt, sonst wird das Kind „muttertaub“ bzw. „vatertaub“.
  • Ständiges Ermahnen oder Drohen ohne Konsequenzen ermuntern zum Weitermachen.

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