… für das Leben lernen wir

Neueste Lernforschung hat mit Hilfe von bildgebenden Verfahren bewiesen, dass Menschen im Zustand der Begeisterung am besten lernen, und zwar unabhängig von ihrem Alter. Kleine Kinder lernen deswegen viel, weil sie täglich viele Begeisterungsstürme erleben. Mit den Jahren werden diese Begeisterungsstürme immer seltener, haben aber die gleiche gute Wirkung.

Können wir das nicht eigentlich alle aus eigener Erfahrung bestätigen? Wenn wir uns wohl und sicher fühlen und uns etwas begeistert, können wir über uns hinauswachsen. Dann staunen wir manchmal selber über unsere Leistungen.

Müsste man daraus nicht schließen, dass die Schule als wichtiger Ort des Lernens ein Ort der Begeisterung und der Freude sein sollte? Erfahrungen bestätigen, dass Kinder unabhängig davon, ob mit oder ohne Behinderung, von Unterricht, der sich an ihrer Individualität orientiert, profitieren. Unterschiedlichkeit von Kindern erfordert ein individuelles Eingehen auf jedes einzelne Kind. Der respektvolle Umgang miteinander ist die Basis für einen gelingenden Unterricht.

1994 fand in Spanien eine UNESCO-Konferenz statt, auf der zum Ziel erklärt wurde, alle Schulen zu beauftragen und in die Lage zu versetzen, allen Schülerinnen/Schülern gemeinsam individuell spezifisches Lernen zu ermöglichen. Inklusion ist der wissenschaftliche Begriff dafür.

„Das Leitprinzip darin besagt, dass Schulen alle Kinder aufnehmen sollen, unabhängig von ihren physischen, intellektuellen, sozialen, emotionalen, sprachlichen oder anderen Fähigkeiten. Das soll behinderte und begabte Kinder einschließen, Kinder von entlegenen oder nomadischen Völkern, von sprachlichen, kulturellen oder ethnischen Minoritäten sowie Kinder von anders benachteiligten Randgruppen oder -gebieten.“ (UNESCO-Konferenz, Salamanca 1994).

Vor nicht allzu langer Zeit war es undenkbar, dass Buben und Mädchen gemeinsam unterrichtet werden. Heute ist das Alltag. Wir können also auf die Optimierung der Bedingungen in den Schulen hoffen, damit allen Kindern ermöglicht wird, gemeinsam eine Schule zu besuchen.

Wenn Sie mehr zum Thema Inklusion wissen möchten, lesen Sie nach auf www.bidok.at oder tippen Sie den Begriff „Inklusion“ in eine Suchmaschine im Internet ein. Beraten Sie sich mit Fachkräften Ihres Vertrauens über die entsprechenden Schulmöglichkeiten in Ihrer Umgebung, die den besonderen Bedürfnissen Ihres Kindes gerecht werden, um einen guten Schulplatz für Ihr Kind zu finden. Die zuständige Behörde ist Ihr Bezirks- bzw. Landesschulrat. Manche Kinderbetreuungseinrichtungen und Frühförderinnen/ Frühförderer bieten Unterstützung bei der Wahl der passenden Schule für Ihr Kind an. Nützen Sie dieses Angebot.

Wichtige Informationen zum Thema Schule

Allgemeine Unterrichtspflicht
Die Unterrichtspflicht besteht für alle Kinder, die sich in Österreich dauerhaft aufhalten. Sie beginnt mit dem auf die Vollendung des sechsten Lebensjahres folgenden September und dauert neun Schuljahre. Die Schuleinschreibung erfolgt an der zuständigen Volks- oder Sonderschule durch die Schulleitung. Am besten bringen Sie vorhandene Gutachten schon bei der Schuleinschreibung mit. Der Unterricht von Kindern und Jugendlichen mit sonderpädagogischem Förderbedarf kann auf Wunsch der Eltern bzw. Erziehungsberechtigten entweder in integrativer/inklusiver Form in der Regelschule oder in einer der Behinderungsart entsprechenden Sonderschule erfolgen. Die Suche nach individuellen Lösungen steht im Vordergrund.

Sonderpädagogischer Förderbedarf (SPF)
Der Bezirksschulrat ist zuständig für die Feststellung eines sonderpädagogischen Förderbedarfs. Dieser SPF ist die Grundlage für zusätzliche Fördermaßnahmen der Kinder in der Schule. Der Bezirksschulrat orientiert sich an sonderpädagogischen, schul- oder amtsärztlichen Gutachten und mit Zustimmung der Eltern des Kindes an schulpsychologischen Gutachten. Eltern können auch Gutachten von Personen, welche das Kind bisher pädagogisch, therapeutisch oder ärztlich betreut haben, vorlegen. Auch für eine etwaige Befreiung schulpflichtiger Kinder vom Unterricht ist der Bezirksschulrat zuständig. Sonderpädagogische Zentren (SPZ) haben eine wichtige Schlüsselfunktion bei der Betreuung von Kindern mit Behinderungen, auch an integrativen Schulen.

Interessantes

- Advertisement -Jentschura

Empfehlungen