Essen Sie sich Jung!

Gesunde Schätze aus der Speisekammer der Natur liefern uns Energie, Geschmack – und sogar Jugend. Welche Nahrungsmittel dazugehören und wie man sie am besten nutzt, erfahren Sie hier. Von Karin Rohrer-Schausberger

Gemüse enthält reichlich Sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe, die unsere Zellen länger jung halten. Außerdem versorgt es uns mit lebenswichtigen Vitaminen und Mineralstoffen. 

Sekundäre Pflanzenstoffe wurden bis vor Kurzem wenig beachtet und ihre Bedeutung für unsere Gesundheit massiv unterschätzt. Dabei geht gerade von dieser Nährstoffgruppe bzw. der Untergruppe der Polyphenole die stärkste Anti-Aging-Wirkung aus“, erklärt Mag. Margit Fensl, Ernährungswissenschafterin, Ernährungsberaterin nach TCM, Akademische Kinesiologin. Hier die wichtigsten Lebensmittel, um länger jung und glücklich zu bleiben: 

Apfel – der wahre Jungbrunnen 

Es sind die zahlreichen sekundären Pflanzenstoffe, die den Apfel so wertvoll machen. Er versorgt uns reichlich mit Pektin, das Giftstoffe im Darm bindet und den Blutzuckerspiegel stabilisiert. Der Apfel ist auch eine wunderbare Spermidinquelle (Eiweiweißstoff, der für zellulären Reinigungsprozesse (Autophagie) zuständig ist, und vor allem in den Randschichten und in der Schale steckt. Der Pflanzenfarbstoff Quercetin hilft, „Altmacher-Zellen“ im Gewebe gezielt auszuschalten. Idealerweise genießt man klassische Bio-Apfelsorten, sie liefern die meisten Jungbrunnen-Stoffe. 

Beeren – Polyphenolquelle

Beeren gehören zu den gesündesten Obstsorten – vor allem, weil sie eine Vielzahl an sekundären Pflanzenstoffen enthalten, die antioxidativ, entzündungshemmend, antiviral und blutdruckregulierend wirken. In Himbeeren, Erdbeeren, Brombeeren, schwarzen Johannisbeeren, Heidelbeeren und in hohem Ausmaß in Aroniabeeren und Holunderbeeren stecken die blau-violetten Anthocyan-Farbstoffe, die für die zellschützende Wirkung verantwortlich gemacht werden.

Zitrusfrüchte – saure DNA-Schützer 

Das Innenleben von Zitrusfrüchten liefert bekanntlich viel Vitamin C – ihre Schalen sind aber sogar noch gesünder: So können die darin enthaltenen Polyphenole durch Aktivierung der Sirtuine (Proteine, die lebensverlängernd wirken) unsere Zellen „reparieren“. Reiben Sie die Schalen von Bio-Zitronen ab, pürieren Sie die geschälten und entkernten Spalten (weiße Teile unbedingt mitverwenden!) und verspeisen Sie beides mit Ihren Mahlzeiten. Oft bleiben die wertvollsten Stoffe der Zitrusfrüchte in der Saftpresse. Nutzen Sie die Jungbrunnenkraft der ganzen Frucht! 

Speisepilze – spermidinhaltige Darmschmeichler 

Schwammerl bringen dem Körper jede Menge Jungbrunnen-Nährstoffe: Austernpilze, Kräuterseitlinge, Champignons, Shiitake, Steinpilze und Eierschwammerl wirken entzündungshemmend, verbessern die Darmflora und kurbeln das Immunsystem an. Das autophagiefördernde Spermidin finden wir überaus reichlich in Pilzen. Die enthaltenen Beta-Glucane gelten als wertvolle Ballaststoffe, welche die guten Bakterien im Darm wachsen lassen. Achtung: Auch manche Speisepilze können im Rohzustand giftige Stoffe enthalten! 

Rote Rübe – leistungssteigernde Knolle 

In der roten Frucht stecken Farbstoffe, die nicht nur Sirtuine aktivieren, sondern auch das Risiko, an Krebs zu erkranken vermindern sollen. Darüber hinaus ist auch Betain (Aminosäure-Abkömmling) enthalten, das Herz, Leber und Gehirn schützen soll. Außerdem wird die Bildung unserer Zellkraftwerke begünstigt, die wiederum vermehrt Fett verbrennen und so das Abnehmen erleichtern können. 

Hülsenfrüchte – vielseitige Helfer 

Bohnen, Linsen, Sojabohnen, Kichererbsen und Erbsen liefern sekundäre Pflanzenstoffe, z. B. Flavonoide und Spermidin, die überaus positive Wirkungen auf unsere Gesundheit haben. Durch ihren Gehalt an unverdaulichen Kohlenhydraten lassen Hülsenfrüchte den Blutzucker nur langsam ansteigen, machen lange satt und bewahren vor schädlichen Keimen. Unsere Darmbakterien verwandeln die wertvollen Ballaststoffe in gesundheitsfördernde kurzkettige Fettsäuren und schützen damit unseren Darm. Hülsenfrüchte und daraus gewonnene Produkte, wie Tofu, Tempeh oder Hummus sind zudem eine wunderbare Eiweißquelle. Als besonders wertvoll erweist sich Tempeh, der aus ganzen fermentierten Sojabohnen gepresst wird.

Kreuzblütlergemüse – wahre Entzündungshemmer 

Brokkoli, Karfiol, Kohl, Kohlsprossen, Kohlrabi, Radieschen, Rucola, Brunnenkresse oder Senfsamen enthalten Polyphenole, Spermidin und Sulforaphan (antimikrobielle, entzündungshemmende, antioxidative und entgiftende Eigenschaften). 

Knoblauch und Zwiebel – aktive Jungmacher 

Diese Lauchgewächse wirken ebenfalls antioxidativ, antibiotisch, blutdruck- und cholesterinsenkend. Darüber hinaus verfügen sie über Polyphenole wie Quercetin und Allicin, die den Körper von „alten Zellen“ befreien. Um den gewünschten Effekt zu potenzieren, sollte man Speisen mit gekochten Zwiebeln und Knoblauch zum Schluss zusätzlich mit einer geschnittenen Zwiebel und mit etwas rohem gepresstem Knoblauch abrunden. So nehmen Sie ein Maximum an Jungbrunnen-Aktivstoffen zu sich.

Wenn Sie Ihren Schlaf verbessern möchten – auch Schlaf ist ein Jungbrunnen – greifen Sie zu melatoninreichen Gojibeeren. Ihr gelboranger Farbstoff schützt darüber hinaus die Augen-Netzhaut vor Makuladegeneration. Knabbern Sie dazu ein paar Nüsse, durch die Kombination mit fettreichen Lebensmitteln wie Nüssen, aber auch Käse oder Joghurt, wird der Wirkstoff besser aufgenommen. Auch Kiwis gelten als schlaf- und verdauungsfördernd sowie positiv für das Immunsystem.

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