„Es gibt Wichtigeres als die perfekte Figur!“

Eva Pölzl ist ein Wirbelwind. Oder besser: ein Wirbelsturm, der einen genauso mitreißt, wie er über einen hereinbricht. Die gute Laune, die Quirligkeit, aber vor allem die unbändige Energie ist von der ersten Sekunde unseres Interviews, das in der Cafeteria des ORF-Zentrums am Küniglberg stattfindet, zu spüren. Mehr als herzlich fällt die Begrüßung aus, das Du-Wort wird auch sofort angeboten, zuvorkommend erkundigt sich Pölzl, ob sie ihr Gegenüber auf einen Kaffee einladen darf – oder Tee, je nach Wunsch natürlich. Denn Pölzl, so scheint es, ist es wichtig, dass man sich in ihrer Nähe wohlfühlt. Mehrmals bringt sie ihre Freude, zum Interview geladen worden zu sein, zum Ausdruck. Auch während des Gesprächs gibt sich die 41-jährige Oberösterreicherin authentisch, locker und vor allem uneitel. Ihre Erzählungen ziehen genauso in den Bann wie ihre strahlend blauen Augen, die eine Mischung aus Selbstbewusstsein, Lebensfreude, Jugendlichkeit und Erfahrenheit ausstrahlen. Pölzl ist ganz offensichtlich mit sich und ihrem Leben zufrieden.

Guten Morgen Österreich. Zufriedenheit, Herzlichkeit und Esprit sind es auch, die Pölzl zur perfekten Moderation der ORF-Frühstückssendung „Guten Morgen Österreich“ macht. Seit März 2016 holt sie, jeweils aus einem anderen Bundesland und einer anderen Gemeinde, die Österreicherinnen und Österreicher aus den Betten und hilft, frisch und munter in den Tag zu starten. Man könnte auch sagen: Pölzl ist zum personifizierten Frühstückskaffee der Nation geworden. Und so sind wir auch gleich mittendrin im Gespräch:

GESÜNDER LEBEN: Wie schwierig ist es, in aller Herrgottsfrühe aufstehen zu müssen?
Eva Pölzl: Wenn ich auf Sendung bin, beginnt mein Tag um 4 Uhr 15, in der sendefreien Woche kann ich dann etwas länger schlafen. Ich habe mich schnell an den Rhythmus gewöhnt, die jeweilige Umstellung ist für mich kein Problem. Der Bio-Rhythmus, der Stoffwechsel ist noch im Lot, alles ist gut! Aber: Die eine oder andere Falte ist vielleicht bereits dazugekommen! (lacht)

GL: Wie hat sich das frühe Aufstehen auf deinen Alltag ausgewirkt?
Dank der Routine gewinnt man natürlich immer mehr Vertrauen in sich selbst und in die Sache. Ich weiß jetzt, was mir guttut und was nicht, höre auf meinen Körper. Ich versuche durchaus, diszipliniert zu leben, damit das frühe Aufstehen keine Probleme macht. Ich verzichte beispielsweise auf Alkohol, auch Abendtermine sind tabu. Wenn ich es bis zur „ZIB 2“ schaffe, geht es schon hoch her! Gönne ich mir ein Schläfchen am Tag, dann nicht nach 14 Uhr und maximal eine Stunde, denn das wirkt sich sonst negativ auf die Nachtruhe aus. Aber: Es ist alles wirklich nicht so schlimm, wie man es sich vielleicht vorstellen mag.

GL: Wann hast du das letzte Mal verschlafen?
Das kann ich genau sagen: nämlich interessanterweise bereits an meinem zweiten Drehtag für „Guten Morgen Österreich“! Mein Handy-Wecker hat nicht geläutet, Gott sei Dank hat mich eine Kollegin rechtzeitig aus dem Bett geklingelt. Es ging also alles gut, das Problem war nur, dass mir das sehr lange in den Knochen gesteckt ist. Kürzlich hat um 22 Uhr mein Handy geläutet und vor Schreck dachte ich, es ist vier Uhr früh. So ganz verwunden habe ich den Vorfall also noch nicht!

GL: Du bist ein sehr positiver, aufgeweckter Mensch. Wachst du bereits mit einem Lächeln auf?
Ich habe in der Früh keine aufgesetzte gute Laune oder quassle meine Mitmenschen nieder. Ich stehe auf und bin präsent, nicht mehr und nicht weniger. Aber: Meine Energie kommt nach dem Aufstehen sehr schnell. Sonst könnte ich „Guten Morgen Österreich“ auch gar nicht machen.

GL: Letzte Frage zum Pölzl’schen Start in den Tag: Wie sieht ein klassischer Sonntags-Frühstückstisch bei euch zu Hause aus?
Der ist reichlich gedeckt mit Butter, Marmelade, Käse, Schinken, Mozzarella mit Avocado und Eierspeise. Im Sommer gibt’s auch mal Obstsalat. Mein Mann, mein Sohn Julius (7 Jahre; Anm.d.Red.) und ich genießen es, gemeinsam gemütlich in den Tag zu starten – auch wenn das Frühstücken vor allem Nahrungsaufnahme ist! Übrigens trinke ich koffeinfreien Kaffee, damit geht es mir besser als mit normalem Kaffee.

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