Erziehung zur Selbstständigkeit

Grundsätzlich kann man sagen: Je sicherer die Bindung des Babys zu den Eltern bzw. zu nahen Bezugspersonen ist, je mehr Nähe und Schutz es in der ersten Lebenszeit erlebt, desto freier und selbstbewusster kann es hinaus „ in die weite Welt“ gehen.

Eine sichere Eltern-Kind-Bindung ermöglicht dem Kind LOSZULASSEN und auf neue Situationen und fremde Personen zuzugehen.

Es weiß, dass es dabei ermutigt wird, sich aber auch jederzeit Schutz von der vertrauten Bezugsperson holen und sich zurückziehen kann. Dadurch erst wird das aktive Erkunden der Umwelt möglich.

AUFGABEN DER ELTERN:

Von Geburt an sind sowohl im Kind als auch in der Mutter zwei gegensätzliche Tendenzen vorhanden, deren Verhältnis zueinander die weitere Entwicklung – vor allem die Entwicklung zur Selbstständigkeit – wesentlich bestimmen:


Die Tendenz zur LOSLÖSUNG und die Tendenz zum FESTHALTEN

Einerseits strebt das Kind danach sich von der Mutter zu lösen und selbstständig zu werden, andererseits klammert es sich an die Mutter, sucht also Halt und Sicherheit. Ebenso ergeht es der Mutter. Sie will das Kind von sich ablösen, um seine Selbstständigkeit zu ermöglichen, andererseits neigt sie dazu, ihr Kind zu behüten und damit an sich zu binden. Zunächst herrscht ein Gleichgewicht vor.

Mit zunehmenden Alter sollte jedoch die Tendenz zum Loslassen überwiegen, um eine normale Entwicklung zu erreichen. Das Loslassen eines Kindes ist nicht ein einmaliges Ereignis, sondern ein Prozess, der schon mit der Geburt des Kindes beginnt. Eltern müssen für ihr Kind neue Erfahrungsräume öffnen und ihrem Kind etwas zutrauen. Wenn das Kind in einer neuen Situation gut zurecht kommt, sich bewähren kann, stärkt es sein Selbstvertrauen.

Im Erziehungsprozess dürfen dem Kind nicht alle Steine aus dem Weg geräumt werden, ganz im Gegenteil, Kinder suchen die Herausforderung: Überforderung, führt selten zur Selbstständigkeit, sondern löst eher Resignation aus. Es gilt das richtige Augenmaß zu bewahren. Das Kind soll die Möglichkeit haben, mit den Gefahren der Umwelt Schritt für Schritt vertraut zu werden, um im geschützten Rahmen eigene Lösungsmöglichkeiten erproben zu können.

Wer von schwierigen Situationen ständig ferngehalten wird, kann nicht lernen damit umzugehen und selbst die Verantwortung für sein Tun und Handeln zu übernehmen. Solche Kinder können sich in der Gruppe der Gleichaltrigen nicht bewähren, werden rasch zu Außenseitern und entwickeln Komplexe. Sie haben nicht gelernt, Situationen richtig einzuschätzen.

Bei der Erziehung zur Selbstständigkeit geht es um die Kunst, die richtige Balance zu finden. Überbehütung hat genau so schlimme Auswirkung für das Kind wie Vernachlässigung!

Einen sehr wichtigen Aspekt für die Entwicklung der Selbstständigkeit bietet das

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