Erziehung ist…EZ=*[(n+ )(xy)]gg …Oder so ähnlich…

Alles gut gemeint, aber hilft es wirklich?
Viele Eltern sind heutzutage durch die vielfältigen und teilweise widersprüchlichen Ratschläge zu Erziehungsfragen sehr verunsichert; zurecht, denn immerhin haben wir es mit einer Flut von Literatur zu tun, die manchmal mehr verwirrt als hilft. Auf die eigene Intuition vertrauen fällt nicht leicht, denn Eltern wollen nichts falsch machen und Ihr Kind bestmöglich fördern.

Was ist Erziehung überhaupt? Was sagt die heutige wissenschaftliche Definition?

  • Erziehung ist … das absichtliche Nutzen bzw. Bereitstellen von Lernmöglichkeiten im Sinne bewusster Entscheidungen, zielgerichtetes, planvolles sowie methodisches Vorgehen, in Interaktion bzw. Wechselwirkung mit dem Kind.
  • Erziehung ist … das aktive Prägen des Kindes durch Erwachsene im Sinne einer gegenwartsbezogenen Beeinflussung im Hier und Jetzt, um auf das Erwachsenenleben, die (Über)Lebensfähigkeit (fit for life) in der Gesellschaft der Zukunft, vorzubereiten.

Vorstellungen über „die richtige“ Erziehung gehen seit je her mit gesellschaftlichen Werten einher bzw. werden von ihnen geformt. Die Geschichte hat mittlerweile eine breite Palette an Empfehlungen vorzuweisen – von überhaupt keinem geplanten Umgang mit Kindern über die absolute Verfügungsgewalt, strengen Eltern-Kind-Hierarchien bis hin zum Laissez-faire. Die dahinter stehenden Philosophien haben einander in der zeitlichen Folge abgelöst, die theoretischen Gedankengebäude wurden mit gesellschaftlichen Umbrüchen niedergerissen. Heute sind wir in der Mitte zwischen absoluter Autorität der Erwachsenen und völliger Selbstbestimmung der Kleinen angelangt, bei einer bewussten Art und Weise die jungen Menschen unter Berücksichtung und Miteinbeziehung ihrer Bedürfnisse liebvoll (an)zuleiten, notwendige Grenzen zu setzen und Lernmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen. Jede Zeit hat ihre Erziehungsideale.

Kinder für ein Leben in der Zukunft vorbereiten klingt logisch, aber wenn wir genauer hinsehen ist das schon ein tückisches Ziel. Zurecht werden Sie einwenden: „Wie soll ich mein Kind für etwas rüsten, von dem ich nicht weiß, wie es sein wird, geschweige denn welche Fertigkeiten man dafür braucht.“ Auch wenn wir uns heute in einer schnelllebigen Zeit befinden, wird sich die Welt nicht innerhalb einer Generation radikal wandeln. Es stehen uns Ergebnisse der Zukunftsforschung zur Verfügung. Es erwartet uns die Wissens-, Medien-, Konsum- und multikulturelle Gesellschaft – nicht wirklich überraschend, oder? Details sind natürlich nicht vorhersagbar, aber für unsere Überlegungen ist das Wissen um Trends ausreichend. Neben der beruflichen Qualifikation werden Fremdsprachen, persönlichkeitsbildende Faktoren, z.B. soziale Kompetenzen, Lernfähigkeit, Selbstmanagement, und sinnvoller Umgang mit Informationen bzw. Wissen vorteilhaft sein. Medienkompetenz – die zielgerichtete, kritische Nutzung von Medien – sowie Informationen über und Toleranz gegenüber anderen Kulturen werden immer wichtiger.

Befasst man sich mit neueren Forschungsstudien stößt man auf den Begriff „Kindheitsmanagement“. Die verschiedenen Aufgabenbereiche gegenüber dem Kind werden unterteilt in: physische, psychischemotionale, sozialkommunikative sowie kulturelle Versorgung. Unter diesem Gesichtspunkt wird die Familie als zentrale Steuerungseinheit für die optimale Entwicklung des Kindes betrachtet, die einerseits als Filter von Umweltangeboten dient und andererseits durch die Schaffung entwicklungsfördernder Bedingungen Lernchancen zum Auf- bzw. Ausbau von Kompetenzen bietet. In der in Deutschland durchgeführten Befragung wird von einem hohen Bildungsinteresse der Mütter, das sich nicht nur auf den hohen Absatz von Fachbüchern, sondern auch im Ansteigen der Inanspruchnahme von Experten in Beratungsstellen niederschlägt, berichtet. Es ist von bereits frühen Beobachtungs- und Einschätzungsversuchen der Stärken und Schwächen des Kindes die Rede, die Strategien und planvolles Vorgehen zur Förderung nach sich ziehen.

Sie brauchen sich jetzt aber keine Sorgen zu machen, Sie tun all diese Dinge, auch wenn sie sich selbst nicht als Manager bezeichnen. Im tagtäglichen Tun geschieht nur ein geringer Anteil der Erziehung durch geplante Einwirkung auf das Kind, das meiste passiert unabsichtlich und sozusagen nebenbei. Erwachsene, insbesondere die Eltern, sind Vorbilder für die jungen Menschen. Wir werden beobachtet, nachgeahmt, Neues wird ausprobiert, Kleinigkeiten werden registriert, z.B. worüber wir uns unterhalten, wie wir die Fragen der Kleinen beantworten, welche Aktivitäten wir setzen, usw. In unserem Verhalten zeigen sich unsere Haltungen, Werte und Ideale, was wir gut finden, womit wir nicht einverstanden sind und vieles mehr – all das vermitteln wir. Was immer sie auch sagen, erklären, predigen, ihr Kind wird sich vorwiegend an Ihren Handlungen orientieren. Kinder sind Spiegel des Verhaltens von Erwachsenen und sie können als Elternteil viel über sich selbst lernen, wenn sie sich selbst gegenüber ehrlich sind, auch wenn das in manchen Punkten vielleicht nicht so leicht fällt.

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