Ernährung im ersten Lebensjahr

Die Vormilch (Kolostrum) reicht in den ersten Tagen für Ihr Kind und unterscheidet sich von der reifen Muttermilch sowohl durch die Inhaltsstoffe als auch durch das Verhältnis dieser Stoffe zueinander. Sie ist reich an Immunglobulinen (Schutzstoffen für das Kind), stabilisiert den Blutzucker des Kindes, fördert den Abgang des Mekoniums (erster kindlicher Stuhl) u.v.m..

Häufiges Anlegen fördert und erhöht die Milchproduktion unter dem Motto „Angebot und Nachfrage“, am besten ist Stillen nach Bedarf. Zugleich hat das Stillen auch eine positive Wirkung auf die Gebärmutterrückbildung , dies können Sie leicht durch ein Ziehen im Unterleib während des Stillens wahrnehmen.

Das Wiegen vor und nach dem Stillen ist bei einem gesunden termingeborenen Baby nicht sinnvoll, wöchentliche Gewichtskontrollen bei der Hebamme oder in Mutterberatungsstellen sind in der Regel ausreichend.

Da die Muttermilch einen hohen Wassergehalt hat, ist der Flüssigkeitsbedarf auch im Sommer gedeckt. Ist eine zusätzliche Flüssigkeitsgabe nötig (Fieber, sehr heißes Wetter, starkes Schwitzen), geben Sie Ihrem Baby abgekochtes Wasser oder ungezuckerten Tee.

Stress, Angst und Sorgen sind ungünstige Faktoren und können das Stillen negativ beeinflussen. Nehmen Sie Hilfe an und delegieren Sie Dinge, die Sie nicht unbedingt selbst tun müssen. Stillende Mütter brauchen Ruhe und geeignete Unterstützung!

Ist zu wenig Muttermilch vorhanden , sollte häufiger angelegt werden. Achten Sie darauf, selbst genug zu trinken (2 ½ – 3 Liter täglich), besonders Malzkaffee fördert die Milchbildung! Ihr Kind sollte in den ersten Monaten zwischen 120 und 250 Gramm pro Woche zunehmen, bzw. mind. sechs nasse Windeln täglich haben!

Kinder mit einer familiär bedingten Allergieanamnese sollten die ersten 6 Monate ausschließlich gestillt werden, oder eine Pre-HA Nahrung erhalten.

Für Kinder ohne Allergierisko kann nach dem vollendeten 5. Lebensmonat mit der ersten Beikost in Form von gekochtem Gemüse begonnen werden. Im Anschluss daran steht Gemüse-Kartoffel-Brei auf dem Speiseplan, im 7. Lebensmonat fügen Sie zwei- bis dreimal wöchentlich Fleisch als wichtigen Eisenlieferanten bei.

Ab dem Beikoststart sollten Sie Ihrem Baby Wasser als Durstlöscher anbieten! Ein durstiges Kind trinkt Wasser, gesüßte Säfte bzw. Tees sollten Sie im gesamten ersten Lebensjahr vermeiden. Ihr Kind kennt keinen Zucker, deshalb fehlt er ihm/ihr auch nicht.

Füttern Sie jedes neu eingeführte Lebensmittel drei bis vier Tage lang, um eventuelle Unverträglichkeiten rasch und leicht zu erkennen (z.B. Haut- oder Stuhlprobleme). Ist die mittägliche Stillmahlzeit voll ersetzt, kann Ihr Baby abends eine Breimahlzeit erhalten. Entweder verwenden Sie mit Wasser anzurührende Fertigbreie (Nachteil: Sind meist sehr süß!) oder bereiten den Brei mit einer Pre-Nahrung und Getreideflocken selber zu.

Liegt keine Allergiegefährdung vor, können Sie ab dem 7. Lebensmonat glutenhaltige Breie bzw. Flocken verwenden, bei allergiegefährdeten Kindern erst ab dem 8. Lebensmonat. Wird auch die Breimahlzeit von Ihrem Baby gut angenommen, können Sie vormittags und/oder nachmittags Obst füttern, ungekocht und möglichst heimisches Obst und Bananen. Wichtig ist: die Eltern bestimmen, was das Baby isst, das Baby bestimmt, wie viel es isst!

Behalten Sie in weiterer Folge diesen Ernährungsplan bei, im Laufe der Zeit werden sich jedoch die Mengen der einzelnen Mahlzeiten steigern. Mit den ersten Zähnchen brauchen Sie die Mahlzeiten nicht mehr so fein zu pürieren, Ihr Kind sollte langsam anfangen, auch selbst zu kauen.

Die Gabe von Milch und Milchprodukten im gesamten 1. Lebensjahr ist nicht sinnvoll, da Kuheiweiß die kindlichen Nieren stark belastet. Ihr Baby wird durch die Muttermilch bzw. das Fläschchen und den Brei ausreichend mit Eiweiß und Calzium versorgt.

Ob Sie die Nahrung Ihres Kindes selber zubereiten oder Gläschen bzw. Fertigbreie verwenden, ist Ihre persönliche Entscheidung. Die Qualität der industriell zubereiteten Säuglingsnahrung ist einwandfrei. Nachteile gibt es vor allem in Hinblick auf die Vielfalt der verwendeten Zutaten, die nicht immer den Erfordernissen Ihres Babys entsprechen.

Bereiten Sie die Mahlzeiten selber zu, fügen Sie bei Gemüse/Kohlenhydrat-Breien jeweils einen Teelöffel hochwertiges Pflanzenöl bei, damit Ihr Baby auch die fettlöslichen Vitamine aufnehmen kann. Das Würzen der Speisen ist im ersten Lebensjahr nicht nötig.

Nach dem 1. Geburtstag gibt es keinen Grund mehr, spezielle Babyprodukte zu kaufen. Die Magen- und Darmentwicklung Ihres Kindes ist mittlerweile so gut ausgereift, dass es die normale, ausgewogene Familienkost gut vertragen kann.

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