Erkältung und Grippe – nicht mit mir!

Die Menschen niesen und husten oder verteilen die Viren über kleinste Tröpfchen, die während einer Unterhaltung vom Erkälteten zum eben noch Gesunden wandern. Genauso können wir uns durch Berührungen (Händeschütteln, Umarmungen usw.) anstecken, denn Viren werden so gut wie überall verteilt, wenn man zum Beispiel in die Hand statt in die Armbeuge hustet oder niest. Wie aber geht es danach weiter? Wie breitet sich eine Erkältung, auch grippaler Infekt genannt, im Körper aus? Nachdem die Viren ihren Weg vom erkälteten Gegenüber auf einen selbst gefunden haben, gelangen sie über die Schleimhäute von Nase, Rachen und Bronchien in den Körper. Und jetzt kommt’s: „Im Gegenteil zu anderen Lebewesen können sich Viren nicht selbst vermehren. Sie brauchen dafür die menschliche Körperzelle. Erst wenn sie in diese eingedrungen sind, werden sie in gewisser Weise zum Leben erweckt und vermehren sich in Windeseile“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Michael Kunze vom Zentrum für Public Health an der MedUni Wien. Nun ist Feuer am Dach, denn die Zellen sind durch die eingedrungenen Viren erkrankt, was sich etwa in Form von Halskratzen, leichtem Frösteln, meist gefolgt von einer rinnenden Nase und Husten zeigt. Mitunter klagen Betroffene aber auch über Kopf- und leichte Gliederschmerzen sowie Müdigkeit und Abgeschlagenheit. Der Grund: Die Viren bleiben nicht nur in den Schleimhäuten, wo sie sich nach Lust und Laune vermehren können, sondern gelangen genauso in die Blutbahnen und dadurch in den gesamten Körper. Wir fühlen uns also nicht ohne Grund mitunter vollkommen erschöpft.

Starke Abwehr.  Dennoch wächst sich nicht jeder Virus zum grippalen Infekt aus, denn der Körper verfügt über zahlreiche Abwehrmechanismen. Schon alleine die Haut bildet eine Barriere, die für Infektionserreger im Normalfall kaum zu überwinden ist. In den Schleimhäuten der Luftröhre und Bronchien wiederum bilden sogenannte Becherzellen einen Schleim, der die Viren wieder aus dem Nasen- und Rachenraum transportieren soll – Niesen und Husten sind also an sich tolle körpereigene Schutzmechanismen. „Zusätzlich“, so Kunze, „haben wir Antikörper im Blut, die sich auf die Viren draufsetzen und sie neutralisieren. Und die weißen Blutkörperchen schützen uns, indem sie die Viren regelrecht auffressen.“ Das, wenn man so will, Problem ist jedoch: Kennt unser Körper die Krankheitserreger noch nicht – was aufgrund ihrer unglaublichen Mutationsfähigkeit nicht selten vorkommt –, muss unser Immunsystem erst einmal geeignete Abwehrzellen bilden. Und das kann schon ein paar Tage dauern. Es kommt also nicht von irgendwoher, dass eine Erkältung drei Tage kommt, drei Tage bleibt und drei Tage geht. Die gute Nachricht: Wenn unser Immunsystem den Virus schon kennt, sind wir immun dagegen. Das alles funktioniert allerdings nur bei Menschen, die über ein gesundes, starkes Immunsystem verfügen. Ist es geschwächt, sei es durch falsche Ernährung, chronische Erkrankungen, Alter, Stress oder Medikamente, sind die körpereigenen Barrieren beeinträchtigt.

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