Eltern – ein Leo fürs Leben

Seit Sie wissen, dass Sie ein Kind bekommen werden, gehen Ihnen wahrscheinlich verschiedene Gedanken über die Zukunft Ihres Kindes durch den Kopf und Gefühle durch den Bauch. Und was auch immer Sie für Vorstellungen haben, eines werden Sie Ihrem Kind auf alle Fälle wünschen: Es soll glücklich, zufrieden und selbstständig durchs Leben gehen können. Ein schöner und berechtigter Wunsch, und die freudige Nachricht zu diesem Thema lautet: Sie können sehr viel dafür tun, dass Ihr Kind ein selbstbewusster und selbstständiger Mensch wird. Denn die Art und Weise, wie sicher und verlässlich Sie die Beziehung zwischen sich und Ihrem Kind in den ersten beiden Jahren gestalten, beeinflusst die Selbstständigkeit Ihres Kindes.

Wenn Ihr Kind die Beziehung zu Ihnen als „sicher“ empfindet, entwickelt es innere Ruhe und Urvertrauen. Experten verstehen unter Urvertrauen jene persönliche Sicherheit, die die Basis dafür legt, später auch einmal anderen Menschen vertrauen zu können. Eine gute Eltern-Kind-Beziehung ist dann die „Sicherheitsbasis“, von der aus Ihr Kind die Welt erkunden und auf andere Menschen zugehen kann. Selbstsicherheit, Lernfähigkeit und die nötige gute Mischung von Vertrauen und Vor-sicht hängen ganz wesentlich von einer sicheren Bindung zu den Eltern ab.

Den ersten Schritt zu seiner ersten Beziehung setzt übrigens das Baby selbst: Es sucht sich Hauptbezugspersonen aus. Das sind jene Menschen, die es verlässlich und regelmäßig versorgen, also meist die Eltern. Zwischen dem 3. und 18. Monat baut Ihr Kind diese erste Bindung auf. Die ist dann eine „sichere“, wenn es das Gefühl hat: „Papa und Mama meinen es gut mit mir. Sie wissen, wann ich was brauche. Sie verstehen mich. Ich kann ihnen vertrauen. Und ich scheine ein recht netter Wicht zu sein, wenn sie mich so gerne haben.“

Hilfe, werden Sie vielleicht jetzt sagen, das ist eine große Verantwortung, und was bedeutet das konkret? Seit der Geburt hat Ihr Baby begonnen, Sie täglich etwas besser kennen zu lernen. Es lernt, wie Sie riechen und aussehen, es kennt den Klang Ihrer Stimme und weiß, wie Ihre Haut schmeckt. Drei Monate hat es gebraucht, um sich ein oder zwei Personen zu merken, die sich am häufigsten um es kümmern. Zu Beginn braucht Ihr Kind viel direkten Körperkontakt, später fühlt es sich dann bereits sicher, wenn es Sie nur hört oder sieht. Ihr Kind braucht also Zeit, um die eigenen Eindrücke zu verstehen und sich selbst sicher zu werden, wer denn wichtig ist. Wenn Sie als Mutter und Vater die Hauptbezugspersonen Ihres Kindes werden wollen, dann müssen Sie auf die Bedürfnisse Ihres Kindes eingehen. Dann ist Ihre Zeit und Ihre Verlässlichkeit gefragt.

Die Fachwelt geht davon aus, dass ein Baby im ersten Jahr zu ein bis drei Personen eine Bindung aufbauen kann. Interessant ist, dass sich Babys nicht automatisch an ihre Eltern binden, sondern sie entwickeln ihre wichtigsten Bindungen zu jenen Personen, von denen sie am meisten Zuwendung erfahren. Zwischen dem dritten und achtzehnten Monat entwickelt sich die Eltern-Kind-Bindung. Wer für das Baby die Hauptbezugsperson ist, zeigt sich deutlich, wenn das Kind müde oder ängstlich ist. Von der Hauptbezugsperson lässt sich das Kind sofort spontan z.B. in den Arm nehmen, trösten und beruhigen. Im ersten Halbjahr konzentriert sich das Baby sehr auf seine Hauptbezugsperson. Es wird z.B. gerne so getragen, dass es mit dem Gesicht zur Bezugsperson schaut. Wenn Ihr Baby ausreichend Sicherheit gewonnen hat, dann beginnt es sich ab ca. einem halben Jahr auch immer mehr für die Umgebung und andere Personen zu interessieren. Ihr Kind kann dann zunehmend unterscheiden, wer ihm fremd ist und wer vertraut. Und aus der Sicherheit und Geborgenheit seiner Beziehung zu den Eltern heraus macht Ihr Kind die ersten Schritte in die große weite Welt. Am Anfang sind es nur einige Zentimeter, später wird es sich immer weiter weg wagen, um die Welt zu erkunden. Und immer wenn es brenzlig wird, wird Ihr Kind wieder bei Ihnen Schutz suchen. Zusammenfas-send kann man sagen, was beim Fangen spielen das Leo, sind für die Kinder die Eltern im Leben: ein Ort, an dem sie sich sicher fühlen, wo „alles wieder gut wird“ und von dem aus man zu immer neuen Abenteuern aufbrechen kann.

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