Ein wichtiger Schritt – Der Eintritt in den Kindergarten

Veränderungen für das Kind
Der Eintritt eines Kindes in den Kindergarten ist wie andere Übergänge im Leben von starken Emotionen begleitet. Vorfreude und Neugier auf das Kommende, der Stolz auf den neuen Status als Kindergartenkind gehen mit Verlust und Abschied einher. Die Kinder machen meist zum ersten Mal die Erfahrung von regelmäßiger, zeitweiser Abwesenheit der Eltern und beginnen eine Beziehung zu einer anderen erwachsenen Person, der Kindergartenpädagogin, aufzubauen. Der Wechsel zwischen zwei unterschiedlichen Lebensbereichen – Familie und Kindergarten – stellt eine neue Situation dar. Das Einstellen auf neue Räume, auf einen bestimmten Zeitablauf und -rhythmus, auf neue Regeln, sowie vor allem auf eine neue soziale Situation als Mitglied einer Gruppe von Kindern, muss bewältigt werden. Führt man sich die Leistung, die ein Kind beim Sich-Einstellen auf die jeweiligen Anforderungen in den beiden Lebensbereichen erbringt, vor Augen, kann das Verhalten des Kindes in der morgendlichen Bring- und auch Abholsituation erst richtig bewertet werden. Mit dem Eintritt des Kindes in den Kindergarten ist weiters ein markanter Wandel in den Beziehungen verknüpft. Familiäre Beziehungen verändern sich, da das Kind unabhängiger und selbständiger wird und neue Beziehungen zu Kindern und ErzieherInnen für seine Entwicklung nutzt. Zur Rolle des Kindes in der Familie kommt die neue Position als Kindergartenkind dazu; die Identität wandelt sich, das Kind fühlt sich „älter und größer“ und entwickelt ein „Wir-Gefühl“ für seine Kindergartengruppe.

Veränderungen für die Eltern
Nicht nur Kinder machen im Kindergarten neue Erfahrungen, auch die Eltern sind mit Veränderungen konfrontiert. Unsicherheit in Bezug auf die Begegnung des eigenen Kindes mit den komplexen neuen Anforderungen kann auftreten. Für die Eltern ist der Kindergarten ein neues „Terrain“, das sie sich erst erschließen müssen. Ihr Tagesablauf wird nun von dem des Kindes mitbestimmt, zusätzliche Termine kommen auf sie zu. Neue Beziehungen – zu den KindergartenpädagogInnen, den anderen Kindern und Eltern – entstehen, wobei sich ihre Beziehungen zu den Eltern und die Beziehung der Kinder untereinander wechselseitig beeinflussen. Eltern müssen ihren Kindern mehr Freiraum geben, sich damit auseinandersetzen, dass sie für die Erziehung nicht mehr allein zuständig sind und ihr Kind jetzt eines unter vielen in einer Gruppe ist. Oft ist der Eintritt des Kindes in den Kindergarten mit dem Wiedereinstieg der Mutter in ihre Berufstätigkeit verbunden, was eine weitere Umstellung in ihrem Lebensalltag bedeutet.

Vorheriger ArtikelErste Trennung vom Kind
Nächster ArtikelMein Kind muss ins Spital!

Interessantes

- Advertisement -Jentschura

Empfehlungen