Ein neuer Lebensabschnitt beginnt

Da ist es nun – dieses kleine, zerbrechlich wirkende Wesen, das Sie so lange und sehnsüchtig erwartet haben. Gefühle des Schmerzes und der Angst vor dem Ungewissen gehören nun der Vergangenheit an. Die erste Zeit nach der Entbindung ist geprägt vom intensiven Kennen lernen zwischen Mutter und Kind.
Hineingeboren in eine Welt voller Geräusche, Lichtreize, Berührungen, Bewegungen, Geschmacks- und Geruchserlebnisse ist das Neugeborene vollauf damit beschäftigt, sich in dieser neuen Atmosphäre auf seine Weise zu orientieren und sich auf die neuen Lebensbedingungen einzustellen. Baby, sowie Mutter brauchen für die Anpassung an die neue Situation Zeit und Ruhe.

Beim ersten Halten merken Sie oft erst wie klein und schutzbedürftig das Kind doch ist. Sie spüren vielleicht auch ein wenig Unsicherheit im Umgang mit dem Baby – vor allem beim Füttern und Pflegen. Nun gilt es die Signale des Kindes zu erkennen und zu verstehen. Die Zeit auf der Entbindungsstation eignet sich besonders um diese Sicherheit im Umgang mit dem neuen Erdenbürger zu gewinnen. Erfahrene Säuglingsschwestern haben oft viele Tipps und Tricks für das Füttern und Pflegen. Hier gilt das alte Sprichwort „Übung macht den Meister“.
Neugeborene schlafen die erste Zeit sehr viel und versuchen ihr Gleichgewicht immer wieder zu finden. Aus Ruhephasen wachen sie auf und schreien, wenn es um ihre eigenen Bedürfnisse geht darum, dass ihnen geholfen wird wieder ruhig zu werden und erneut ihr Gleichgewicht zu erlangen. Sie versuchen aber auch herauszufinden, ob sie sich auf die Person, die sie versorgt, verlassen können.

Bieten Sie Ihrem Kind in dieser Zeit viel Körperkontakt; reden Sie häufig mit ihm, wobei Sie oft seinen Namen erwähnen sollten. Babygesichter sind von Natur aus so konzipiert, dass Erwachsene sehr häufig Blickkontakt mit ihnen aufnehmen. Zu Beginn ihres Lebens sind Neugeborene mit vielen lebenswichtigen Instinkten ausgestattet. So zeigt sich z. B. schon in der ersten Lebensstunde der Saugreflex besonders stark. Mit seitlichen Drehbewegungen des Kopfes wird nach Nahrung gesucht. Haben Sie sich für das Stillen Ihres Kindes entschieden, so ist dies der richtige Zeitpunkt für das erste „Anlegen“ an die Brust. So wird Ihr Körper angeregt Hormone zu produzieren, die die Milchbildung fördern.
Niemand zweifelt heute noch daran, dass die Muttermilch die beste Ernährungsform für Neugeborene ist. Doch keine Mutter muss sich schlecht oder unzulänglich fühlen, wenn das Stillen aus verschiedensten Gründen nicht klappen sollte. Die heute am Markt befindlichen adaptierten Milchpräparate sind mit der Muttermilch nahezu ident. Viel wichtiger beim Füttern ist eine angenehme, stressfreie Atmosphäre. Grundlegende Bausteine für ein stabiles Fundament der Beziehung sind Körperkontakt, Zuneigung und Geborgenheit. Dem Neugeborenen ist vor allem wichtig, dass seine Bedürfnisse gestillt werden.

Um die ersten Tage der Zwei- bzw. Dreisamkeit genießen zu können, ist es auch ratsam, viele der gut gemeinten Besuche von Verwandten und Freunden auf die Zeit zu Hause zu verschieben.

Nach dem ersten Gefühl des Glücks bei der Mutter kann sich bei ihr eine meist kurze Phase der Bedrücktheit bemerkbar machen, die durch die Hormonumstellung im Körper zu erklären ist. Bei vielen Frauen tritt dieses Phänomen auf, doch meist wird darüber nur ungern gesprochen. In diesen Momenten beschäftigen die Mutter die Fragen – Wie wird sich das Kind entwickeln? Kann ich es auf das Leben gut vorbereiten? Wie werde ich diese Aufgabe meistern? – die neue Verantwortung für das kleine Wesen wird nun bewusst und prägt das weitere Leben der Mutter.
Diese auf Hilfe angewiesenen Babys brauchen in der ersten Zeit, aber auch später, viel Zuneigung und Nähe, durch die ihnen Geborgenheit vermittelt werden kann. So erfahren diese kleinen Wesen, dass Mutter und Vater wie ein „sicherer Hafen“ sind, bei dem man Zuflucht und Schutz finden kann, wenn das Leben stürmisch ist.

Autor: Mag. Susanne Strasser

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