Ein bisschen Ordnung im Chaos

Auch wenn Sie Ihr Baby jetzt schon gut kennen, die Pflegearbeiten leicht von der Hand gehen und sich – vielleicht – schon gewisse Regelmäßigkeiten eingestellt haben, ist der Alltag mit einem Säugling nicht einfach. Immer noch regieren seine Bedürfnisse, die Familie muss sich seinem Rhythmus anpassen. Das Gefühl, rund um die Uhr verfügbar sein zu müssen, mit nichts fertig zu werden und keine Zeit zu haben, kann die Mutter ganz schön belasten. Außerdem kommt mit zunehmender Aktivität des Kleinen die Sorge um dessen Sicherheit dazu.

Ein wenig Ordnung ins Chaos zu bringen, gut zu planen, sich helfen zu lassen kann ihnen das Leben erleichtern. Besonders wichtig ist es, sich nicht selbst unter Druck zu setzen: Mit einem Baby haben Sie einfach weniger Zeit für den Haushalt. Ihr Motto sollte nicht „alles perfekt“, sondern „alles so praktisch wie möglich“ sein. Überlegen Sie, welche Tätigkeiten Sie reduzieren können: Viel „Sparpotenzial“ gibt es beim Bügeln, aber auch beim Kochen (doppelt kochen, eine Portion einfrieren, Tiefkühlkost für Stresstage etc.). Lassen Sie sich helfen: vom Partner sowieso, aber auch von Eltern, Verwandten, NachbarInnen oder FreundInnen.

Eine gewisse Regelmäßigkeit im Alltag ist mit zunehmendem Alter auch für die Kinder sehr wichtig. Viele Babys entwickeln ab dem dritten Monat einen regelmäßigen Ess- und Schlafrhythmus. Wenn nicht, können die Eltern versuchen, etwas Ordnung ins Chaos zu bringen: ungefähr zur gleichen Tageszeit baden, „Rituale“ rund ums Füttern, Pflegen, Schlafengehen und regelmäßige Spazierfahrten helfen dabei. Mit solchen „Routinestrukturen“ fällt es dem Baby auch leichter, mit neuen Situationen fertig zu werden, z.B. wenn die Mutter wieder arbeiten geht. Wichtig ist, dass sich auch die Eltern selbst an die Regeln halten. Das heißt, dass z.B. das Baby nicht aus dem Schlaf gerissen wird, weil die Freundin da ist und es sehen möchte.

Sobald sich das Kleine zu bewegen beginnt, kommt für die Eltern eine neue Aufgabe dazu: Sie werden „Sicherheitsbeauftragte“. Das Kind beginnt zu krabbeln, sich aufzurichten, versucht die ersten Schritte. Es will überall hin, alles angreifen, aufmachen, erforschen und ausprobieren. Aber: es kann sich im ersten Lebensjahr noch nicht alleine schützen, kann Gefahrenquellen nicht erkennen. Die Eltern müssen also dafür sorgen, dass Verletzungsgefahren möglichst gering sind. Und sie müssen dem Kind nach und nach beibringen, wie es sich selbst schützen kann.

All das wird nicht ganz ohne Schrammen abgehen. Kleinkinder lernen aus Fehlern. Zum Laufenlernen gehören auch Stürze. Das sollen und können Sie nicht verhindern. Aber Sie können dafür sorgen, dass sich das Baby nicht an scharfen Kanten verletzt, wenn es hinfällt. Falsch wäre es, das Kind in seiner Bewegung einzuschränken und ihm alles zu verbieten, was es tun möchte. Es muss lernen, sich im täglichen Leben zurechzufinden, Schwierigkeiten zu meistern. Die Welt kennen lernen und seine Fähigkeiten entwickeln kann es nur, wenn es seine Umgebung erforschen und Bewegungen ausprobieren darf.

Tipps für Eltern

  • Helfen Sie Ihrem Kind, Gefahrenquellen zu erkennen. Am Arm des Vaters, der Mutter kann es lernen, dass manche Dinge heiß sind und man sich ihnen vorsichtig nähern muss. Lassen Sie es unter Aufsicht Treppensteigen erproben.
  • In einem bestimmten Alter nehmen Kleinkinder alles in den Mund, weil sie auf diese Weise ihre Umwelt erkunden. Das sollten Sie nicht ständig behindern, aber achten Sie darauf, dass nichts Gefährliches herumliegt. Hat Ihr Kind etwas „Gefährliches“ im Mund, bleiben Sie ruhig – sonst verschluckt es den Gegenstand vor Schreck. Nehmen Sie ihn ihm ganz ruhig aus dem Mund.
  • Weitere Gefahrenquellen sind auch Umweltgifte und Reizstoffe in Möbeln, Teppichen, Tapeten oder Anstrichen – und das Passivrauchen. Das Risiko von Erkrankungen der Atemwege, Mittelohrentzündungen, späteren Herz-Kreislauf- Erkrankungen bis hin zu Krebs steigt durch das Mitrauchen. In dem Raum, in dem sich Babys und Kleinkinder aufhalten, sollte also niemals geraucht werden.

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