Drogenvorkommnisse in der Schule: Helfen statt Strafen

In einer Schule ist der Verdacht von LehrerInnen als erstes der Schulleitung zu melden und zu begründen. Dafür gibt es eine Checkliste, die das Vorgehen strukturiert. Die Schulleitung entscheidet, ob der Verdacht tatsächlich besteht und daher eine Untersuchung notwendig ist, und beauftragt mit dem Einverständnis der Eltern die/den Schulärztin/arzt mit einer Begutachtung, auch SchulpsychologInnen können beigezogen werden. Zur Dokumentation des Vorgehens bekommt die/der SchülerIn eine Ambulanzkarte.

SchülerInnen sollen nicht leichtfertig dem Verdacht des Suchtgiftkonsums ausgesetzt werden. Sichere Anzeichen für Drogenkonsum und Suchtverhalten aufzuzählen ist problematisch. Daher ist es wichtig – falls keine akute Gefährdung besteht – betroffene SchülerInnen über einen „längeren“ Zeitraum zu beobachten und Auffälligkeiten zu notieren.

Anzeichen für einen Suchtgiftkonsum können sein:

  • Leistungsabfall
  • häufige Fehlstunden
  • auffällige Veränderungen im Verhalten und/oder der Persönlichkeit
  • auffälliges Vernachlässigen des Äußeren
  • großer Geldbedarf
  • Injektionsnadeln
  • sonstige auf einen Suchtgiftmissbrauch hindeutende Gebrauchsgegenstände
  • auf Suchtgift hinweisende Substanzen, Einstichstellen

(Quelle: www.suchtvorbeugung.net)

Untersuchung und Diagnostik können sich für SchulärztInnen oder SchulpsychologInnen schwierig gestalten. Daher gibt es die Möglichkeit, das Institut für Suchtdiagnostik mit der Untersuchung zu beauftragen. Die Kosten dafür müssen von der Schule getragen werden.

Durch diese Untersuchung soll festgestellt werden, ob die/der Jugendliche tatsächlich Suchtgift konsumiert (hat) und ob deshalb „gesundheitsbezogene Maßnahmen“ erforderlich sind. Das kann eine ärztliche Überwachung (inkludiert oft einen regelmäßigen Harntest) oder Behandlung sein, falls notwendig auch eine psychologische, psychotherapeutische oder psychosoziale Beratung oder Behandlung. Dafür kommen in erster Linie die Drogenberatungsstellen Wiens in Frage. In der Ambulanzkarte werden diese gesundheitsbezogenen Maßnahmen dokumentiert. Nur wenn die Untersuchung oder die gesundheitsbezogenen Maßnahmen verweigert werden, muss die Schulleitung in Wien die Magistratsabteilung 40 (Soziales, Sozial- und Gesundheitsrecht) verständigen, die den weiteren Ablauf übernimmt.

Diese Regelungen gelten nur, wenn in der Schule der Verdacht auf Eigenkonsum oder Missbrauch von Suchtgift entsteht. Wenn die Polizei außerhalb der Schule Suchtgift findet oder SchülerInnen beim Konsumieren erwischt, erfolgt eine Anzeige. Der begründete Verdacht der Weitergabe von Drogen – im Rahmen eines Drogenhandels – fällt nicht unter die § 13-Regelung.

Weitere Informationen zum Vorgehen im Anlassfall:

http://www.suchtvorbeugung.net/stepbystep/pages/home.php
Unter erlaesse.ssr-wien.gv.at (unter Punkt „Allgemein“) finden sich Erlässe, Checklisten und eine Ambulanzkarte (Muster) für SchulleiterInnen.

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