Die Wunder des Estragons

Es ist ja durchaus ratsam, von Zeit zu Zeit Abstand vom Alltag zu gewinnen, damit wir uns erneut den Herausforderungen stellen können, die uns allen auferlegt sind. Dank der modernen Technik können wir so die Vorteile des unbeschwerten Reisens für unser Wohlbefinden nützen.

Bei manchen Heilkräutern hat ein Sich-auf-den-Weg-Machen schon eine lange Geschichte. Beim Estragon (Artemisia dracunculus) liegt der Aufbruch aus seinem einstigen Heimatland so lange zurück, dass wir heute nur mehr vermuten können, dass dieses dem Wermut verwandte Kraut einst im asiatischen Raum seine Wurzeln schlug. Irgendwann wurde er dann in mediterranen Gebieten kultiviert, und anscheinend hat es auch dem Estragon so gefallen, dass er außerhalb der Gartenzäune seine natürliche Verbreitung antrat. Der Korbblütler Estragon ist in unseren Breiten normalerweise nur als Beetpflanze zu finden. Wenn ich ihn mir im klösterlichen Kräutergarten Jahr für Jahr so anschaue, kann ich ihn aufgrund seiner eleganten und feingliedrigen Wuchsgestalt vielen Gartenfreunden auch als Zierpflanze wärmstens empfehlen.
Beim Gang durch das grüne Paradies ums Haus kann man so dem Gaumen eine kleine Abwechslung bieten, indem man vom Estragon das eine oder andere Blatt abzupft und daran kaut.

Will jemand einen würzigen Kräuteressig mit dem herb schmeckenden Kraut ansetzen, achte man darauf, dass die Pflanzenteile das beste Aroma in sich tragen, bevor die kleinen Blütenknospen aufspringen. Wenige haben wahrscheinlich im Sinn, dass man aus dem Estragonkraut auch einen Tee kochen kann. Im üblichen Heißaufgussverfahren nimmt man hierfür 1 Teelöffel getrocknetes und zerkleinertes Kraut, übergießt es mit ¼ Liter kochendem Wasser und seiht das Ganze nach 15 Minuten ab, um täglich davon 2 Schalen voll zu trinken. Die Wirkkraft des Estragons richtet sich dabei auf die Verstärkung der Nierentätigkeit, um vermehrte Wasseransammlungen im Körper abführen zu können.

 

Heilkräuter aus dem Klostergarten
In seinem neuen Buch „Heilkräuter aus dem Klostergarten“ erzählt Benedikt Felsinger von den Wundern der Natur und den Gaben, die uns Gott gegeben hat. Er beschreibt detailreich zahlreiche Heilkräuter und Pflanzen – und gibt Tipps, wie wir dank deren Hilfe gesund bleiben – oder werden.
Kräuterpfarrer Benedikt Felsinger, Heilkräuter aus dem Klostergarten
Ueberreuter, 160 Seiten, 19,95 Euro

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