Die Schmäh-Fabrik

Aktuell arbeitet er kabarettistisch die Irrungen männlichen Älterwerdens auf: in seinem Programm die „2 Musterknaben“ im Wiener Palais Novak mit dem „Nia“. „Im Herbst tingeln wir mit dem Programm durch Österreichs Metropolen“, kündigt er an. Der Schmäh rennt auch jeden Freitag im ORF-Ratespiel „Was gibt es Neues“, und das seit vielen Jahren. Als Gute-Laune-Maschine der Nation, „Humor ist mir heilig“, bewegt er sich stets innerhalb der Grenzen des guten Geschmacks. Der sympathische, groß gewachsene Kleinkünstler mit dem schelmischen Grinser ist der erklärte Liebling der Damenwelt und dabei so was von vergeben – an Managerin und Geschäftsführerin Susanne Minichsdorfer, 31. Am Anfang seiner Karriere hat sich der heute 45-Jährige als Musicalstar, später als Komödiant, Sänger, Schauspieler und Moderator Sporen verdient. Das Musical und auch das Moderieren wurden allerdings bis auf Weiteres auf Eis gelegt, weil die momentane Mixtur eh optimal passt. „Bitte kündigen Sie, wenn geht, ,My Bigband Dreams‘ an, das ist mir nämlich eine echte Herzensangelegenheit“, bricht der Musiker in ihm durch. Machen wir doch glatt: Viktor Gernot ist am 26. Mai mit der Richard Österreicher Bigband im Wiener Ronacher live in Concert zu sehen.

Viktor Gernot lebt …

… schlau. Erstaunlich, dass Viktor Gernot gar eine GmbH ist. Welcher „Geschäftszweig“ liegt Ihnen am meisten?
Ich habe ja für mich eine eigene Berufsbezeichnung erfunden: nämlich die des darstellenden Freistil-Künstlers. Ich genieße es, maximal Kabarettist und Kleinkünstler, Komödiant im ORF, Musiker und Sänger zu sein. Diese Mischung ist für mich Herausforderung und Luxus. Dafür moderiere ich nicht mehr und singe keine Musicals mehr. Ich verspreche auch, nie mit dem Malen zu beginnen.

… schön. Ihr blendendes Aussehen war der Karriere sicher nicht hinderlich. Wie halten bzw. vermehren Sie Ihr „Kapital“?
Danke für das Kompliment. Tennis spiele ich zu jeder Jahreszeit, im Sommer wird auch Rad gefahren und geschwommen. Schlafen ist sowieso das beste Rezept. Wenn es mal in der Nacht nicht reicht, wird das mit einem herrlichen Nachmittagsschlaferl kompensiert. Und ich habe eine wunderschöne Freundin, das färbt auf mich ab, rede ich mir zumindest ein.

… gut. Schalten Sie manchmal auch einen Gang zurück, etwa um gut zu essen oder sonstigen Genüssen zu frönen?
Zurückschalten ist manchmal schwierig für mich. Am ehesten funktioniert das noch im Urlaub. Ich esse gerne und dann gerne gut. Inseln der Entspannung finde ich im Sport, in der Literatur und Musik, in der Natur und nach einer Vorstellung bei einem nächtlichen Mahl mit einem Glas Muskateller. Wichtig: In Gesellschaft schmeckt’s immer besser.

… gesund. Beruflich sind Sie ja eher nachtaktiv. Betreibt man da nicht zwangsläufig gesundheitlichen Raubbau, oder geht sich das aus für Sie?
Bis jetzt schon … (klopft dreimal auf Holz). Ich bin aber der Meinung, dass mein Rhythmus gar nicht so ungesund ist. Wir Kabarettisten haben auch eine gewisse Regelmäßigkeit, die im Unterschied zu „normalen“ Berufen eben ein paar Stunden nach hinten verschoben ist. Kurz gesagt essen wir später, gehen später ins Bett, stehen aber dann auch später auf.

… aktiv. Rein beruflich stecken mindestens drei Seelen in Ihrer Brust. Wie halten Sie konditionell Ihr Level?
Das Spielen selbst, ob ein Konzert oder ein Kabarettprogramm, ist immer auch eine Art Training. Man agiert dauerhaft mit erhöhtem Puls, bewegt sich intensiv, schwitzt und arbeitet. Dazu kommen sportliche Belastungsphasen, aber auch bewusste Entspannung durch süßes Nichtstun. Das hat bis heute ganz gut funktioniert bei mir.

… bewusst. Fast gewinnt man den Eindruck, der Schmäh macht bei Ihnen nie Pause. Wo hört bei Viktor Gernot der Spaß auf, was macht ihn nachdenklich?
Meine Humorgrenze ist weit gesteckt. Für gewöhnlich spare ich mir Pointen über jüngst Verstorbene, ernsthaft Erkrankte oder über Leute, die mir derart zuwider sind, sodass selbst ein Witz über sie zu schade wäre, auf. Erschüttert bin ich, wenn ich begreifen muss, dass ich nicht unverwundbar bin. Obwohl Humor mir heilig ist, bin ich keine „24-Stunden-gute-Laune-Maschine“ … weil der Mensch schließlich auch schlafen muss.

BIOGRAFIE
Viktor Gernot
Als Gernot Jedlicka 1965 in Enns geboren, begeistert er sich schon früh für Musik und den Schwimmsport. Von 1985 bis 1989 studiert er Musical, Operette und Chanson. Der beliebte und vielseitige Entertainer brilliert als Darsteller, Showmaster, Moderator, Kabarettist (die Hektiker), aber auch mit seiner Band. Gernot lebt derzeit in Wien.

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