Die Rolle des Vaters bei der Geburt

Väter werden in die Schwangerschaft miteingebunden, zu verschiedensten Vorträgen mitgenommen, mit entsprechender Fachliteratur versorgt und mit dem Gedanken an die Anwesenheit bei der Geburt konfrontiert. All das soll – glaubt man der einschlägigen Literatur – die Beziehung der werdenden Väter gegenüber ihren Kindern positiv beeinflussen. Im Versuch, das Einfühlungsvermögen des Vaters für das Kind zu erhöhen, vergessen Frauen aber manchmal darauf, den Partner für die eigene Situation zu sensibilisieren, ihn auch mit ihren Bedürfnissen in der Schwangerschaft und deren Hintergrund vertraut zu machen, um die notwendige Unterstützung zu erhalten. Nur ein gut vorbereiteter Vater kann auch während der Geburt, die eine Extremsituation für die Eltern darstellt, auf die Bedürfnisse der Frau richtig reagieren.

Wie kann man sich nun im Vorfeld auf dieses gemeinsames Ereignis vorbereiten?

In den letzten Jahren ist durch die Möglichkeit der Anwesenheit einer Vertrauensperson bei der Geburt ein gewisser sozialer Druck auf Väter, wie auch Mütter entstanden. Kaum ein Vater getraut sich im Bekanntenkreis zu sagen, dass er nicht bei der Geburt dabei sein will. Aber auch für Mütter ist es schwer gegenüber Freunden zu argumentieren, dass sie nicht möchten, dass der Vater bei der Geburt anwesend ist. Dabei ist die beiderseitige Bereitschaft dazu die Voraussetzung für eine positiv erlebte Geburt.

Die Vorbehalte vieler Väter liegen oftmals in überzogenen Erwartungen an sich selbst. Gerüchte berichten vom Durchtrennen der Nabelschnur durch den Vater, das eigenständige Baden des Neugeborenen und dergleichen. Deshalb ist es notwendig, in Gesprächen abzuklären, welche Erwartungen die Frau an den Partner hat. Ihm zu erklären, dass alleine die Anwesenheit einer vertrauten Person in einer fremden Umgebung große Unterstützung darstellt.

Ist Ihnen die pure Anwesenheit des Partners bei der Geburt zu wenig, können Massage- oder Atemtechniken, die im gemeinsamen Geburtsvorbereitungskurs erlernt wurden, gemeinsam angewendet werden und eine Bereicherung im Repertoire, Sie zu unterstützen, darstellen.

Ebenso hilfreich kann es sein, wenn die Frau dem Partner alles offen lässt, indem sie Verständnis signalisiert und er das Geburtszimmer jederzeit auch wieder verlassen kann. Das nimmt den Druck und wirkt einer Überforderungssituation entgegen. Die Geburt sollte möglichst stressfrei für Sie beide verlaufen. Im Übrigen stellt die Neugier eine große Triebfeder für die Entscheidung des Vaters dar, bei der Geburt anwesend zu sein.

Da die Geburt eine Ausnahmesituation für die Frau darstellt, ist es schwierig, zu wissen, wie sie selbst in dieser Situation reagieren wird. Deshalb wäre es auch von Vorteil, den Mann in manche

Eventualitäten einzuweihen. So könnte es zum Beispiel sein, dass die Mutter plötzlich den Partner zurückweist. In dieser Situation sind Männer gefordert. Statt beleidigt zu reagieren, sollten Sie Verständnis zeigen.

Insgesamt stellt das gemeinsame Erleben der Geburt sicherlich ein einschneidendes Erlebnis in einer Partnerschaft dar, das bei sorgsamer Vorbereitung zu einer Intensivierung der Beziehung beitragen kann.

Quelle:
Stadt Wien – MAG ELF – Amt für Jugend und Familie
http://www.wien.gv.at/menschen/magelf/kinder/tipps.html

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