Diäten sind Unsinn

Österreichisches TV und Radio können wir uns ohne Martina Rupp gar nicht mehr vorstellen. Denn die Wienerin gehört zu den bekanntesten- und beliebtesten Moderatorinnen des Landes. Bis 2007 moderierte sie das Kult-TV-Magazin „Willkommen Österreich“ mit Charme, Niveau und Humor. Derzeit ist sie im Service-Magazin „Konkret“ (Montag bis Freitag, 18.30 Uhr, ORF 2; siehe auch unseren Ratgebersendungen-Test auf Seite 34) zu sehen, in dem sie auch so manches trockene Thema konsequent und mit viel Esprit präsentiert. Und natürlich begleitet uns Rupp jeden Vormittag auf Ö3, wo sie die erfolgreiche Sendung „Ö3 Extra“ moderiert.
Ihr Privatleben hält die zweifache Mutter so gut es geht unter Verschluss, trennt Berufliches und Privates streng. In die Society-Schlagzeilen geriet Rupp 2011 dennoch, als sie sich einen Scherz auf Facebook erlaubte und einen (deutlich jüngeren) guten Freund als ihren Partner ausgab. Die daraufhin erschienenen Medien-Schlagzeilen ärgern Rupp bis heute, wie sie im Gespräch mit GESÜNDER LEBEN zugibt. Die Lebensfreude hat sie sich trotzdem nicht vermiesen lassen, wie sie in unserem Interview unter Beweis stellt.

GESÜNDER LEBEN: Sie sind für Ihre lustige und lebensfreudige Art bekannt. Wie schaffen Sie es, solch eine starke positive Ausstrahlung beizubehalten?
Martina Rupp: Oh, vielen Dank für das nette Kompliment, es freut mich, dass Sie mich so wahrnehmen! Ich glaube, das Geheimnis meiner Lebensfreude liegt in meiner fröhlichen und unbeschwerten Kindheit mit meinen drei jüngeren Geschwistern. Wir wurden von unseren Eltern sehr geliebt und haben dadurch Optimismus und Grundvertrauen mitbekommen. Noch heute lachen wir ohne Ende, wenn wir alle zusammen sind.

GL: Wie findet man Zugang zu seiner inneren Kraft?
Rupp: Man holt sich Hilfe, wenn die Kraft schwächer wird. Profis (Therapeuten, Priester, Freunde) zu finden, die weder Allheilmittel anbieten noch die Verantwortung an sich reißen wollen, ist allerdings nicht ganz einfach. Ich bin einmal die Woche bei meinem Shiatsu-Therapeuten, der mir hilft, in Balance zu bleiben.

GL: Denken Sie, dass wir das Leben wirklich auskosten?
Rupp: Wir haben Ängste – Krankheit, Siechtum, Armut, Tod – und die sind ja leider nicht unbegründet. Perverser Materialismus treibt uns in blödsinnige Hamsterrad-Szenarien, und eine jahrhundertealte Schuld-und-Sühne-Kultur trägt das Ihre dazu bei, dass wir selten entspannt im Hier und Jetzt sein können. Verdammt schade, wenn Sie mich fragen.

GL: Würden Sie sich eigentlich als sportlich bezeichnen?
Rupp: Ich bin unsportlich. Ein„potschertes“ Kind, das keinen Ball fangen konnte und auf kein Seil hinaufkam, im Schulsport ein „Befriedigend“ bekam, mit Nachsicht aller Taxen. Das bedeutet aber nicht, dass ich keinen Sport mache. Ich bin sehr glücklich, Pilates gefunden zu haben, und betreibe es bis zu dreimal die Woche. Und Nordic Walking können auch Unsportliche! (lacht) Manchmal schaffe ich acht Kilometer in einem Stück.

GL: Und Diäten? Haben Sie selbst schon welche probiert?
Rupp: Ja. Sie sind natürlich Unsinn, wie jeder weiß. Das Einzige, das hilft, ist eine dauerhafte Ernährungsumstellung, die mir gelungen ist. Ich habe mit weniger vom Rich-tigen innerhalb eines Jahres zwei Kleidergrößen verloren.

GL: Sie lieben Süßigkeiten. Auf welche süße Spezialität möchten bzw. können Sie nicht verzichten?
Rupp: Ich muss auf nichts verzichten, so lange die Menge nicht ausufert. Der Punkt ist: Ich war zuckersüchtig, habe das aber mithilfe eines Hormonspezialisten, der mein Insulin eingestellt hat, bevor Diabetes zum Thema wurde, in den Griff bekommen. Bei der jährlichen Gesundenuntersuchung wird leider nur der Glukosewert gemessen, das Insulin aber sträflich vernachlässigt. Offenbar nimmt unsere Gesellschaft die steigende Zahl der Zuckerkranken bewusst in Kauf.

GL: Sie sind Single. Denken Sie, dass wir tatsächlich dazu bestimmt sind, zu zweit durchs Leben zu gehen?
Rupp: Ich war mit meinem Freund elf Jahre zusammen und kann zwar gut alleine sein, finde eine erfüllte und liebevolle Partnerschaft aber durchaus erstrebenswert.

GL: Als Gerüchte aufkamen, Sie seien mit einem jüngeren Mann zusammen, gab es Aufruhr in den Medien …
Rupp: Meinem guten Freund Tom und mir war eines Novemberabends langweilig und wir änderten unsere Facebook-Profile; behaupteten, aus Jux und Tollerei, miteinander eine Beziehung zu haben. Was sich daraufhin in manchen Medien abgespielt hat, war derartig dumm und grotesk – ich hätte das nie für möglich gehalten. Tom könnte mein Sohn sein, er wird 30! Es war mir eine Lehre – die österreichische Gesellschaft ist NOCH IMMER nicht reif für einen gleichberechtigten Umgang mit dem Thema Partnerschaft. Aber, ehrlich: Ist das mein Problem?!

GL: Sie schreiben Tagebuch – eher ungewöhnlich in der heutigen Zeit. Was bedeutet Ihnen diese Tätigkeit?
Rupp: Briefe an mich selber – oder „Was war wann wichtig für mich?“. Mein Tagebuch ist auf diese Weise mein Korrektiv und wertvolles Lebensarchiv.

GL: Sie sind im Radio und TV tätig. Was macht eine gute Moderatorin aus?
Rupp: Sie ist gebildet, nicht eingebildet. Sie will kein Star sein, sondern ein Kumpel. Sie nimmt sich nicht wichtig, sondern ihr Publikum. Sie hat Humor und denkt nach, bevor sie was „rauslässt“. Männer hätten sie gerne als die Frau ihres besten Freundes, Frauen als Kollegin oder Freundin.

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