Der Philosoph & Quotenkönig

Armin Assinger braucht eigentlich nicht vorgestellt zu werden. Jeder kennt das Erfolgsmärchen des Kärntners, der es vom durchaus siegreichen Skifahrer (immerhin vier Weltcupsiege!) zum Starmoderator der „Millionenshow“ brachte. Sportlich stand er, bedingt durch zahlreiche, teilweise sehr schwere Verletzungen, immer im Schatten der „Superstars“ seiner Generation wie Patrick Ortlieb oder Luc Alphand. Mit seinem Kärntner Schmäh, gepaart mit Schlagfertigkeit, Intelligenz, Sympathie für seine Kandidaten und originellen Showeinlagen, bezaubert er Woche für Woche sein treues Fernsehpublikum. Doch wie geht dieser Mann damit um, eine sogenannte „Person des öffentlichen Interesses“ zu sein? Wie dürfen wir uns das vorstellen, nirgendwo mehr in Österreich unerkannt zu bleiben? Immer fit, freundlich und strahlend zu sein – es könnten ja Kameras in der Nähe sein? Grundsätzlich stört es den Kärntner nicht, bekannt zu sein, mit einer sehr einleuchtenden Begründung: „Ich denke mir daher: Stell dir vor, du machst die ,Millionenshow‘ und keiner würde dich kennen? Das wäre ja wesentlich schlimmer, oder?“ Assinger sieht es zudem als Vorteil, dass er schon sein ganzes Leben in Hermagor wohnt, in einer kleinen Stadt, wo ihn ohnehin schon immer jeder kannte. „Das ist für mich der ideale Ort, um abzuschalten und auch am Boden zu bleiben. Hier bin ich nichts Besonderes, sondern einfach der Assinger (für die, die mich immer schon nicht leiden konnten) oder der Armin (für die, die mich immer schon mochten). So einfach ist das!“

Armin Assinger lebt …

… schön. als Medienprofi müssen Sie auf die Optik achten, was tun Sie dafür?
Ich treibe viel Sport, fahre im Sommer viel mit dem Rennrad, im Winter viel Ski und mache Skitouren. Ich passe beim Essen ein bisschen auf und trinke wenig Alkohol – fertig ist mein Beautyprogramm. Den Rest erledigt die Maskenbildnerin … (lacht).

… schlau. Keiner hat Ihnen anfangs Quiz-tauglichkeit zugetraut …
Nur wenn einer Mundart spricht, ist er noch lange kein Depp. Stolz bin ich aber schon darauf, wie es mir gelungen ist, den Übergang vom Skirennfahren zu einer für mich völlig neuen Betätigung zu finden. Aber ich bin natürlich auch vom Publikum abhängig. Also tue ich immer alles mit hundertprozentigem Einsatz und hoffe, dass es möglichst lange gefällt.

… gut. Worauf achten Sie beim essen?
Ich bemühe mich um Ausgewogenheit. Jede Einseitigkeit, egal in welchem Lebensbereich, ist meiner Meinung nach schädlich. Ich bin zwar kein Gourmet und fahre nicht viele Kilometer nur deshalb, um in einem Haubenlokal zu essen, ich lege dafür aber großen Wert auf ein nettes und gemütliches Ambiente. Das wichtigste für mich ist gut zu sitzen: Die Tischhöhe muss passen, und ich muss die Beine ausstrecken können, dann fühle ich mich wohl.

… gesund. Vom Sportler zum TV-Star, wie achten Sie auf Ihre Gesundheit?
Bewegung ist für mich das Um und Auf! Bei einer Trainingseinheit im Fitnessstudio oder auf dem Radl oder auf den Tourenskiern kann ich wunderbar abschalten und meine Gedanken ordnen. Dabei tanke ich sehr viel Lebensmut und Zuversicht. Und in den letzten Jahren entdeckte ich auch wieder, so wie damals als Skirennläufer, wie wichtig Pausen sind. Du kannst nicht immer nur von Körper und Geist verlangen, du musst ihnen auch Pausen und Erholung zugestehen. Ansonsten kommt es zum Kollaps, der sich heutzutage sehr gerne als „Burn-out-Syndrom“ einstellt. Und: Ich will irgendwann einmal möglichst gesund sterben. Das klingt vielleicht pathetisch, ich meine es aber, nüchtern betrachtet, genau so!

… aktiv. Sind Sie noch in topform?
Ich merke, dass ich für Aktionen, die mir riskant erscheinen, nicht mehr zu haben bin. Ob das Tandemfallschirmspringen ist oder Paragleiten, Klettern oder Tiefseetauchen, ich brauche diesen Adrenalinkick nicht mehr. Nachdem ich gut hundert Mal die Mausefalle hinuntergestochen bin – wohl auch kein Wunder, oder? Und es fällt mir mit zunehmendem Alter leichter, mit der nötigen Entspanntheit an gewisse Dinge heranzugehen. Im Sport nennt man das Routine. Die hilft mir sehr.

… bewusst. Was ist Ihnen im Leben wichtig?
Wenn ich so zurückdenke, sind die letzten zehn Jahre wie im Fluge vergangen. Umso mehr wird mir bewusst, dass das „Hier und Jetzt“ am wichtigsten ist. In der Gegenwart zu leben und so zu leben, dass die Zukunft positiv gestaltbar wird, ist mein Ziel. Man sagt auch, dass man an den Kindern merkt, wie die Zeit vergeht. Leider trifft das zu! Umso wichtiger ist auch im Familienleben der bewusste Umgang mit der Zeit, die gemeinsam verbracht wird. Verbrauchte Zeit kommt nie mehr wieder zurück!

BIOGRAFIE
Der 45-jährige gebürtige Grazer Armin Assinger lebt seit seiner Kindheit im Kärntner Gailtal. Nach der Matura am BORG Hermagor und einer erfolgreichen Karriere als Abfahrtsläufer schnupperte er zunächst als Co-Kommentator von Skirennen TV-Luft. Heute zählt er zu den beliebtesten heimischen TV-Moderatoren, u. a. der „Millionenshow“. Assinger ist auch erfolgreich als Motivationscoach und Buchautor tätig. Sein neuestes Buch „Enorm in Form“ erschien unlängst. Assinger ist mit der gelernten Hotelfachfrau Bettina verheiratet und hat zwei Kinder im Alter von 14 und 10 Jahren.

Vorheriger ArtikelGesund bis ins hohe Alter
Nächster ArtikelWas hilft bei Winterblues?

Interessantes

- Advertisement -Jentschura

Empfehlungen