Der Geschmack von Tee

Eine gute Tasse Tee ist eine Kunst für sich, denn Teesorten, Qualitätsstufen und Zubereitungsarten sind unglaublich vielfältig: Der eine bevorzugt den schwarzen Tee aus Darjeeling, der andere den grünen Tee mit Jasminblüten, und manche schwören auf den Kräutertee aus dem eigenen Garten. Wenn man ein Teegeschäft betritt, wird einem klar, wie unterschiedlich Tee sein kann. Es gibt Teearten, die von der Teepflanze stammen, und jene, die aus Kräutern oder getrockneten Früchten bestehen. Beliebt sind auch Tees mit Aromazusätzen. Viele Teesorten haben durch ihre Inhaltsstoffe gesundheitsfördernde Eigenschaften. Deshalb werden sie gerne als Hausmittel verwendet. Dazu zählt beispielsweise der Kamillentee als echter Alleskönner. Der grüne Tee wirkt entschlackend und kann bei einer Diät unterstützen. Tee-expertin und Buchautorin Tanja Bischof gerät ins Schwärmen: „Die große Vielfalt von Tees und deren Zubereitung sind eine echte Entdeckung der Genüsse. Der Geschmack der verschiedenen Sorten ist eine tolle Abwechslung.“

Alles begann in China. Die Geschichten, die sich rund um den Tee drehen, sind so spannend wie faszinierend. So war es Kaiser Shennong, der im Jahre 2737 v. Chr. aus Hygienegründen nur abgekochtes Wasser trank. An einem lauen Frühlingsabend saß der Kaiser unter einem Baum und ruhte sich aus, der Wind wehte einige Blätter in das sprudelnde Wasser. Das Getränk bekam sogleich eine herrliche Farbe und schmeckte erfrischend und belebend. Dies ist nur eine Geschichte über die Entdeckung des Tees. Eines ist klar: Tee war schon in früheren Zeiten in China bekannt. Die ersten schriftlichen Aufzeichnungen stammen aus dem 3. Jahrhundert v. Chr. In diesem Zeitalter wurde Tee fast immer als Medizin oder Stärkungsmittel verabreicht. Die Nachfrage nach Tee stieg. Tee wurde immer mehr zum Genussmittel und galt als wertvolles Getränk. Im 9. Jahrhundert brachte vermutlich der Mönch Dengyo Daishi Saicho von seiner Forschungsreise Teesamen aus China mit, die er in einem japanischen Klostergarten anbaute. Wegen der angespannten Situation zwischen den Chinesen und Japanern tranken in Japan nur die buddhistischen Mönche Tee, um bei der Meditation wach und konzentriert zu sein. Während in Japan die Teekultur einen Aufschwung erlebte und wahre Teezeremonien zelebriert wurden, starben im Laufe der Zeit die Teerituale in China aus. Europa wusste lange Zeit von diesem herrlichen Getränk nichts. Erst zu Beginn des 17. Jahrhunderts kamen wir in den Genuss von Tee. Zuerst kannte man ihn nur wegen seiner heilbringenden Wirkung. Später setzte er sich als bekömmliches Heißgetränk durch.

So gesund ist Tee. „Ja, Tee ist gesund“, ist sich Ernährungswissenschafterin Mag. Angela Mörixbauer aus Waidhofen an der Ybbs sicher. Mörixbauer: „Kräuter- und Früchtetees sind (ungesüßt) kalorienfrei und damit ideale Durstlöscher. Das trifft auch für grünen und schwarzen Tee zu, allerdings wirken diese aufgrund des Wirkstoffs Tein (= Koffein) anregend und sind daher für Kinder nicht geeignet.“ Je nach Sorte enthält eine Tasse (150 Milliliter) zwischen 20 und 50 Milligramm Koffein. Dies entspricht einer halben Tasse Kaffee. Ernährungswissenschafter sind sich einig, dass täglich nicht mehr als drei Tassen schwarzer Tee, grüner Tee oder Kaffee getrunken werden sollen. Positiv aber: „Grün- und Schwarztee enthalten nennenswerte Mengen an Fluorid. Dieses kann Karies vorbeugen und so zur Zahngesundheit beitragen“, weiß Mörixbauer.  Außerdem können die enthaltenen Polyphenole das Enzym Amylase im Speichel hemmen, das die Stärke in Zucker umwandelt, der Karies verursacht. Fazit: Trinken Sie mindestens zwei Tassen Tee am Tag. Tee enthält nämlich zahlreiche sekundäre Pflanzenstoffe und Mineralstoffe, die das Herz-Kreislauf-System schützen, Karies vorbeugen und mitunter helfen, das Gewicht in Balance zu halten.

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