Der Feind im Auge

Es ist zum Weinen – es brennt so, als würden Sandkörner im Auge reiben, dazu kommen ein Jucken und dann natürlich die Tränen. Das sind die typischen Symptome des trockenen Auges – in der Fachsprache Sicca-Syndrom genannt. Ungefähr jeder fünfte Patient, der zum Augenarzt geht, leidet darunter.

Was steckt dahinter? Beim trockenen Auge ist die Benetzung der Augen mit Tränenflüssigkeit unzureichend. Wie sich das anfühlt? Sie brauchen die Augen nur kurz ohne zu blinzeln offen lassen und werden merken, wie rasch es zu einem Brennen und Gefühl der Reizung kommt. „Es wird aber nicht nur zu wenig Tränenflüssigkeit produziert, es können auch Störungen in der Zusammensetzung der vielen Inhaltsstoffe der Tränenflüssigkeit dazu führen, dass sich kein stabiler Tränenfilm bildet“, erklärt dazu Univ.-Prof. Dr. Andreas Wedrich, Vorstand der Universitäts-Augenklinik in Graz.

Vorsicht vor Hausmitteln
Die Augenoberfläche wird durch den Tränenfilm nicht nur befeuchtet, sondern auch geschützt: Neben Wasser enthält er viele Nahrungsbestandteile und Sauerstoff für die Hornhaut sowie Abwehrstoffe gegen Fremdstoffe und Keime. Über 700 verschiedene Substanzen kommen im nur zehn Mikrometer dünnen Tränenfilm vor.

Nicht zuletzt deshalb warnen Augenspezialisten davor, das trockene Auge mit Selbstmedikation oder Hausmitteln kurieren zu wollen. So sind etwa Umschläge mit Kamillentee nicht zu empfehlen, denn: „Es kommt häufig zu allergischen Reaktionen und das Auge trocknet noch mehr aus“, so Wedrich. Besser: „Gehen Sie zum Facharzt, ihm stehen zahlreiche Instrumente zur Verfügung, die ihm erlauben, die Ursache und den Schweregrad der Tränenfilmstörung ausfindig zu machen. Das ist die Basis für die richtige Therapie.“

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