Der bittere Löwenzahn

Selbst Profis sind nicht davor gefeit, auf so manchen botanischen Doppelgänger hereinzufallen. Schon leichter tut man sich beim Erkennen des Löwenzahns, obwohl auch er gerade ab dem Sommer täuschend ähnliche Verwandte auf der Wiese stehen hat.
Unser allgemein bekannter Freund zählt zu den Korbblütlern. Er ist eine ausdauernde Pflanze und erreicht eine Wuchshöhe zwischen 15 und 30 cm. Die Größe der Blätter variiert je nach Standort. Jeder, der schon einmal versucht hat, einen Buschen Löwenzahn aus einem Beet oder auf einem Weg zu entfernen, weiß, dass seine Wurzel eine Länge bis zu einem halben Meter erreichen kann. Ganz charakteristisch für diese Heilpflanze ist der milchige Saft, der in allen Pflanzenteilen enthalten ist. Der Löwenzahn hat fast auf der ganzen nördlichen Hemisphäre sein Verbreitungsgebiet. Er blüht von April bis Anfang Juni, manchmal auch noch ein zweites Mal im Herbst.

Man kann den Löwenzahn auch ganz bewusst im eigenen Garten ziehen. Der Leuchtenlattich, wie dieses Kraut auch mancherorts genannt wird, ist äußerst genügsam. Wo immer ein kleiner Flecken frei ist, kann man die Samen des Löwenzahns aussäen. Hat der Boden genügend Feuchtigkeit, dann schmecken die Blätter nicht so rasch bitter, wenn diese z. B. zu Salat verarbeitet werden. Achten Sie darauf, dass die Samenstände noch vor ihrer Reife abgeschnitten werden, sonst wächst der Löwenzahn auch dort, wo Sie es nicht wollen. Will jemand den oft ungebetenen Gast von einer Wiese verbannen, so streue man Kalkstickstoff noch vor Beginn der Blüte auf das taunasse Gras.

Als Wirkstoff findet sich in diesem Korbblütler der Bitterstoff Taraxacin. Die Wurzel enthält Gerbstoffe, Kautschuk und Inulin. Selbst Vitamine kommen in diesem Kraut vor. Wer diese Elemente dem Körper durch die Zubereitung eines Tees in schonender Weise zuführt, aktiviert die Gallentätigkeit und kann bei Rheumaschmerzen Linderung herbeiführen. Selbst Paracelsus sprach dem Löwenzahn einen heilenden Wert zu. Gewiss, es mag für manche eine echte Mutprobe bedeuten, fremde und bittere Geschmäcker in sich aufzunehmen. Doch sollten wir manche Weisheit unserer Urgroßeltern nicht allzu schnell abtun. Nach langen Wintern war der Löwenzahn einer der ersten Vitaminlieferanten. Lassen wir uns also vom populären Heilkraut einmal mehr einladen, auch im Gewöhnlichen einen Reichtum zu entdecken.

Weitere Informationen:
Kräuterpfarrer-Zentrum
3822 Karlstein/Thaya
Tel.: 02844/7070-11 oder -31
beratung@kraeuterpfarrer.at
www.kraeuterpfarrer.at

 

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