Denken Sie auch an Ihre Partnerschaft!

In Märchen und in Filmen ist das Leben meist sehr einfach. Da gibt es eine Prinzessin und einen Helden und nach einigen Verwirrungen und Prüfungen finden sie sich und leben mit  ihrer Kinderschar glücklich bis ans Lebensende.Weder Prinzessin noch Held sind lange hin- und hergerissen zwischen den Gefühlen füreinander und ihrer Liebe zum Kind. Aber die gehen selten arbeiten, und auch den Einkauf erledigt offensichtlich wer anderer für sie. Im echten Leben haben Sie ebenfalls verschiedenen Rollen: Sie leben als Frau oder Mann, Sie sind Partner in einer Beziehung, Sie sind Kind Ihrer Eltern, Sie gehen arbeiten usw. Im Laufe Ihres Lebens haben Sie also sicherlich zahlreiche Rollen ausprobiert und immer wieder – bewusst und unbewusst – die für Siepassenden ausgewählt. Zu den zahlreichen Rollen, die Sie also bis jetzt bereits innehaben, kommt nun noch die als Eltern dazu. Das ist gewiss viele Jahre lang keine Nebenrolle. Und eine der bisherigen Hauptrollen Ihres Lebens, die Partnerschaft, scheint nun von dieser neuen Hauptrolle „Elternschaft“ an die Wand gespielt zu werden. Aber diese Konkurrenz ist nur eine scheinbare: Werden viele Theaterstücke nicht erst spannend und wertvoll, wenn zwei oder drei einander ebenbürtige Hauptdarsteller einander gegenüberstehen? Partnerschaft und Elternschaft sind keine Gegenspieler. Sondern es sind zwei wichtige Stützpfeiler Ihres Lebens. Selbstverständlich gibt es immer wieder Reibungspunkte. Es entsteht ein Spannungsfeld – in dem die Beziehung wachsen kann, Sie schließlich gemeinsam eine Familie werden. Aber versuchen Sie nicht eine der Hauptrollen, z.B. die Partnerschaft, langfristig zur Nebenrolle zu machen. Das Theater, das Sie im wirklichen Leben haben, verträgt leicht zwei Hauptrollen. Das hat das wirkliche Leben mit dem Theater ge-meinsam.

Apropos Theater: Seit seiner Geburt hat Ihr Kind es in Windeseile geschafft, das Drehbuch Ihres Lebens ordentlich umzuschreiben. Waren Sie bisher zwei erwachsene Menschen, die miteinander reden und sich untereinander etwas ausmachen konnten, wo jeder seinen eigenen Lebensbereich hatte und trotzdem einiges an Zeit für gemeinsame Unternehmungen blieb – jetzt sind Sie auf einmal zu dritt. Und der kleine Zwerg versucht deutlich seine Bedürfnisse mitzuteilen, die nicht warten  können. Diese Bedürfnisse sindüberlebenswichtig. Sie können es sich also nicht aussuchen, ob und wann Sie Ihr Kind pflegen. Hatten Sie früher gemeinsam ungestört viel Zeit verbringen können, so ist jetzt auf einmal jede halbe Stunde allein zu zweit eine Sensation. Kein Wunder, dass sich Ihre Partnerschaft verändert. Und Veränderungen dieser Größenordnung machen verständlicherweise Angst.

Sie hatten gehofft – wenden Sie jetzt vielleicht ein –, dass Ihre Partnerschaft so bleibt, wie sie ist. Vorher war sie so gut, dass Sie eigentlich nichts daran hätten ändern wollen. Aber lehrt Sie nicht die Erfahrung, dass Ihre Partnerschaft deshalb gut ist, weil Sie gemeinsam alle Herausforderungen des Lebens immer wieder gut bewältigt haben? Ob es die Kleinigkeiten des Lebens waren, wie z.B. das gemeinsame Frühstück, dass Sie miteinander trotz der morgendlichen Hektik immer gemütlich gestalten. Oder ob es die großen Würfe des Lebens, wie eine schöne Reise, Ihre Hochzeit oder der Hausbau waren. Durch Ihre Fähigkeit, einander zuzuhören, sich auch im größten Trubel Zeit zu nehmen, offen und ehrlich zueinander zu sein und zusammenzuhalten, ist Ihre Beziehung gut geworden. Natürlich gab es immer wieder ein Auf und Ab – wir sind alle nur Menschen. Aber Sie haben die Herausforderungen bisher geschafft, also werden Sie die Änderungen, die durch Ihr Kind entstehen, auch meistern können! Schauen Sie zurück und erinnern Sie sich, was Ihnen in Ihrer Beziehung bisher geholfen hat: vielleicht ein anerkennendes Wort, ein Lächeln, eine Umarmung oder einfach Hilfe am richtigen Fleck …

Und vergessen Sie nicht, auch wenn Sie manchmal den Eindruck haben, dass Ihr Leben ein einziges Theater ist: Sie haben ja auch etwas gewonnen – Sie haben gemeinsam einem neuen Menschen das Leben geschenkt. Wenn das kein Grund zur Freude ist!

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