Dem Diabetes davonlaufen

Statistisch gesehen stimmt es: Diabetes vom Typ II erhöht das Risiko für Herzerkrankungen um das Zwei- bis Vierfache. Bei Frauen, das zeigen einige Studien, liegt das Risiko sogar noch höher. Im Einzelfall lässt sich diesem Risiko aber höchst erfolgreich davonlaufen. Diabetiker, die sich genügend bewegen, das belegen ausreichend viele Untersuchungen, haben an der Ziellinie ein kaum höheres Risiko, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben, als Nichtdiabetiker auch. Schon vier Stunden Bewegung pro Woche, fand etwa eine große US-Studie heraus, reduzieren das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall um 40 Prozent. Bewegten sich die Teilnehmerinnen mindestens eine Stunde am Tag moderat, verminderte sich die Infarktwahrscheinlichkeit um 45 Prozent.

Zwar raten die meisten Experten vor körperlichen Höchstleistungen ab, weil das – vor allem in Kombination mit den meisten Diabetes Medikamenten – zur Unterzuckerung und allen damit verbundenen Risiken führen kann. Aber die sind auch gar nicht nötig: Ausdauersportarten wie Walken, Schwimmen, Langlaufen oder Radfahren senken das Risiko auch dann, wenn sie ohne schweißtreibende Spurts absolviert werden. In vielen Studien zeigten sich beachtliche positive Effekte bereits dann, wenn die Teilnehmer wenigstens einmal täglich eine kurze Strecke etwas flotter zu Fuß gingen.

Den Körper zu bewegen, setzt auch in seinem Inneren einiges in Bewegung. Alle Stoffwechselvorgänge werden aktiviert. Nicht zuletzt jener, der die Insulinproduktion regelt. Bewegung führt dazu, dass weniger Insulin produziert wird, was die Diabetesgefahr deutlich reduziert. In einer US-amerikanischen Langzeitstudie wurden Bewegungsverhalten und Erkrankungen von 5.000 Männern und Frauen 15 Jahre lang beobachtet. Diejenigen, die schon in jungen Jahren regelmäßig Sport getrieben hatten, wurden deutlich weniger krank: Das Risiko, an Diabetes – wie auch an Bluthochdruck – zu erkranken, war für die sportlichsten 2.000 um zwei Drittel geringer als für die 1.000 Studienteilnehmer, die sich am wenigsten bewegten.

Doch auch jene, die erst nach der Hälfte der Untersuchungszeit ihr Bewegungsverhalten veränderten, konnten ihre Ausgangslage noch deutlich verbessern. Nach 15 Jahren, am Ende der Studie, hatten sie sogar ein um 60 Prozent geringeres Diabetesrisiko. Es zahlt sich also immer aus, den ersten Schritt zu machen!

Buchtipp:
„Wer gesund stirbt, hat mehr vom Leben“, Siegfried Meryn und Christian Skalnik, Ecowin Verlag, € 19,95

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