Das wird mein gesunder Sommer!

Sommer, Sonne, wenn auch dieses Jahr für fast alle ohne Strand und Meer: Die heiße Jahreszeit ist für die meisten von uns das Highlight des Jahres. Grillabende, fröhliches Plantschen im Freibad und romantische Spaziergänge lassen in uns Jahr für Jahr den Wunsch aufkommen, der Sommer möge doch ewig andauern. Doch der Sommer hat auch seine Schattenseiten – und damit sind nicht die entspannten Plätzchen unterm Baum oder das Schläfchen unterm Sonnenschirm gemeint. Zum einen ist die Gefahr von Covid-19 immer noch nicht gebannt, deshalb: Halten Sie sich bitte an die Hygienevorschriften und Abstandsregeln! Aber auch andere Krankheiten können uns die Sommerfreude vermiesen. GESÜNDER LEBEN verrät, worauf Sie achten müssen und wie Sie gesund durch den Sommer kommen.

SONNENBRAND

Zu lange in der Sonne gelegen – und schon macht sich einige Stunden später ein Sonnenbrand in Form von Rötung, Brennen und Juckreiz bemerkbar, in schweren Fällen wirft die Haut gar Blasen. „Genau wie bei einer Verbrennung kommt es aufgrund der UV-Strahlung zu einer Schädigung der Zellen“, erklärt der Wiener Dermatologe Dr. Johannes Bisschoff. „Jeder Sonnenbrand, allen voran Sonnenbrände in der Kindheit, erhöhen das Risiko, im Alter an Hautkrebs zu erkranken.“

Das hilftEincremen, eincremen, eincremen – auch im Schatten und bei bewölktem Himmel! „Je höher der Lichtschutzfaktor des Sonnenschutzmittels, desto besser!“, weiß der Experte. Prinzipiell stimmt es, dass dunkle Hauttypen weniger anfällig für Sonnenbrände sind als helle Haut. Aber: „Da wir dazu neigen, die Sonnencreme viel zu dünn aufzutragen, rate ich, von vornherein einen hohen Lichtschutzfaktor zu verwenden.“ Wichtig ist, regelmäßig nachzucremen, auch nach dem Schwimmen oder bei starkem Schwitzen, denn „circa 50 Prozent des UV-Schutzes sind bei ‚wasserfesten’ Produkten bereits nach einmal Schwimmengehen nicht mehr gegeben.“ Hat es einen doch erwischt, kann man zwar zu After-Sun-Mitteln greifen, viel besser helfen aber Aloe-vera-Produkte, so der Experte: „Diese kühlen und lindern den Schmerz zugleich.“ Salben mit Dexpanthenol helfen ebenso, ergänzt der Facharzt. Kühlende Tücher entziehen der betroffenen Hautstelle die Wärme. Die Anwendung von Topfen- und Joghurtumschlägen ist aufgrund eventueller Hautirritationen unter Experten stark umstritten. Nach zwei bis drei Tagen sollten sich die Beschwerden bessern, bei sehr schweren Sonnenbränden muss der Arzt aufgesucht werden. Leichte, weite Kleidung schützt zusätzlich vor der Sonne.

SOMMERGRIPPE

Der Begriff „Sommergrippe“ hat sich im Volksmund als Überbegriff für grippale Infekte eingebürgert, die während der Sommermonate auftreten. „Eine sogenannte Sommergrippe hat nichts mit einer echten Influenza zu tun!“, betont der Wiener Ganzheitsmediziner Dr. Herwig Janetschek. „Influenzaviren, die in der kalten Jahreszeit ihre Hochsaison haben, sind im Sommer sehr selten.“ Vielmehr sind für die Sommergrippe hauptsächlich Enteroviren, aber auch Adenoviren und Rhinoviren verantwortlich, die sich besonders gut unter feuchtwarmen Bedingungen vermehren. Janetschek: „Am häufigsten treten Kopf-, Hals- und leichte Gliederschmerzen auf, aber auch Fieber und Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall, Erbrechen und Übelkeit sind möglich.“ Ein zu langes Tragen von nasser Badekleidung beziehungsweise verschwitzter Kleidung, zu dünne Kleidung in den Abendstunden sowie Temperaturschwankungen aufgrund von Klimaanlagen können Erkältungen auslösen. „Klimaanlagen trocknen die Schleimhäute aus, wodurch das Eindringen von Bakterien erleichtert wird“, erklärt der Arzt.

Das hilft: Behandelt wird symptomatisch. „Bei Schnupfen oder angeschwollenen Nasenschleimhäuten empfehle ich Salzwassersprays und abschwellende Nasensprays, um die Schleimhäute zu befeuchten“, so Dr. Christian Quint, HNO-Facharzt aus Wien. „Schmerzt der Hals, helfen Lutschtabletten mit Thymian oder Eibisch sowie auch Isländisch Moos. Auch Kaugummikauen regt die Speichelbildung an. Von Salbei und Kamille sollte man aber Abstand nehmen, da diese austrocknend wirken.“ Tritt Husten auf, sollte man in Covid-19-Zeiten auf weitere Symptome achten, die auf das Coronavirus hindeuten könnten, rät Quint. Handelt es sich um einen stärker ausgeprägten Infekt, ist es notwendig, sich in einen kühlen, abgedunkelten Raum zurückzuziehen. Fieber sollte man keineswegs unterdrücken, betont Janetschek: „Fieber ist die beste Therapie gegen eine Infektion und hilft dem Körper, mit der Erkrankung fertigzuwerden.“ Bei Durchfall und Erbrechen sollte man neben dem Trinken von Wasser auch auf eine Zufuhr von Elektrolyten in Form von verdünnten Fruchtsäften achten. In der Regel ist eine Sommergrippe nach circa sieben Tagen überstanden (bis dahin Sonne meiden!), bei Fieber ab 40 Grad oder wenn die Beschwerden sich nicht bessern, muss ein Arzt konsultiert werden. Risikofaktoren gilt es zu vermeiden, das Gebläse der Klimaanlage sollte möglichst weg vom Körper, die Anlage selbst maximal sechs Grad kälter als die Außentemperatur eingestellt werden.

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