Das wache Baby

Gleich wie bei Erwachsenen, so ist auch bei Babys das Schlafbedürfnis mitunter recht unterschiedlich. So gibt es durchaus Säuglinge, die mehr oder weniger nur zum Stillen aufwachen und nach beendeter Mahlzeit rasch wieder einschlafen. Mindestens ebenso viele Kinder jedoch haben – bereits in den ersten Wochen – ausgedehnte Wachzeiten von mehreren Stunden, in denen sie die spezielle Zuwendung ihrer Eltern benötigen.
Das wichtigste Grundbedürfnis des Babys ist die Nähe einer vertrauten Person. Babys lieben und genießen es in den Armen ihrer Eltern zu liegen bzw. von ihnen herumgetragen zu werden. Haben Sie keine Angst Ihr Kind mit zu viel Liebe, Zärtlichkeit und Zuwendung zu verwöhnen, das Gegenteil ist der Fall. Je mehr Liebe und Nähe ein Kleinstkind erfahren kann, umso eher wird es jenes Urvertrauen aufbauen können, um eines Tages selbstständig in die Welt hinauszugehen.

Schon wenige Wochen nach der Geburt erfreuen sich Eltern an dem wachen und interessierten Gesichtsausdruck ihres Kindes. Jetzt ist es wichtig, dem Baby auch vielfältige Anregungen zu geben, mit ihm gemeinsam die Umwelt zu erkunden. Spazieren Sie durch die Wohnung, zeigen Sie Ihrem Kind großflächige Bilder und große Gegenstände. Als Bettchen und Kinderwagen eignen sich besonders jene Modelle, die rundherum einen Ausblick geben, wodurch das Baby ausreichend Gelegenheit hat seine Umgebung zu betrachten.

Besonders wichtig ist auch das Sprechen mit dem Kind, und zwar von Anfang an. Durch die immer wiederkehrenden Lautmuster beim Stillen, beim Schlafengehen, beim Zeigen von Gegenständen usw. erkennt das Baby allmählich, dass Sprache der gegenseitigen Verständigung dient. Grundstein für das Sprechen lernen ist die so genannte „Echosprache“, die in vielen Spielen vorkommt: Die Eltern ahmen Lall-Laute ihres Kindes nach, das Baby beginnt sein Geplapper zu verändern und freut sich, wenn die Eltern es ihm wieder gleichtun. Dieses einfache Verständigungsspiel kann oft unzählige Wiederholungen beinhalten und wird meist von Kindern (und Eltern) mit großer Leidenschaft gespielt. Bemühen Sie sich in der Folge, all ihre Tätigkeiten, aber auch Spiele des Kindes, mit Worten zu begleiten. Förderlich ist ein liebevoller Tonfall, gepaart mit einer ausdrucksstarken Mimik, die dem Kind beim Verstehen helfen soll. Auch kurze, einfache Wörter und Sätze mit entsprechenden Pausen unterstützen die Sprachentwicklung des Kindes. Und schließlich: Erinnern Sie sich an Kinderlieder, Reime und Fingerspiele. Schon Kleinstkindern bereiten Sie damit größtes Vergnügen!

Die ersten Spiele des Kindes: Welche Spielsachen sind nützlich und geeignet?

Ab dem 3. Lebensmonat können Sie auch mit gut ausgewähltem Spielzeug die Entwicklung Ihres Kindes anregen. Das Baby horcht auf Geräusche, Töne und Klänge und begeistert sich für alle Spielsachen, die rasseln, klappern und klingen. Über dem Bettchen oder Kinderwagen montiert regen Ketten mit farbigen Kugeln, Blumen oder Tieren bzw. ein Mobile zum Schauen an.

Ab dem 4. Lebensmonat bewegt das Baby seine Händchen zielbewusst auf ein Spielzeug zu, wobei es natürlich noch mit der ganzen Handfläche nach Dingen greift. Ein Babyreck (Babytrapez) mit farbigen Ringen, Kugeln und Glöckchen regt immer wieder zum Greifen und Ziehen an. Beliebt sind auch Greif- oder Beißringe, die leicht und handlich sein müssen, damit sie gut umfasst und festgehalten werden können. Manche Babys zeigen auch schon früh Interesse an weichen Tieren und Puppen, die sie festhalten, drücken, schütteln und ablutschen können. Es ist übrigens ganz normal, dass das Baby alles in den Mund steckt. Spielsachen müssen daher farbecht und groß genug sein, damit sie nicht verschluckt werden können.

Mit zunehmendem Alter des Kindes wächst auch sein Interesse an Spielsachen stetig an. Am Ende des ersten Lebensjahres kann es mit Bällen, Kartonbüchern, einfachen Fahrzeugen, Nachziehtieren, ineinander steckbaren Dosen, großen Bausteinen usw. schon recht gut umgehen. Spätestens jetzt sollten Sie bei allen neuen Anschaffungen einem wohl überlegten „Spielzeugfahrplan“ folgen, denn auch ein Zuviel an Spielzeug kann ein Kind in seiner Entwicklung behindern. Hilfreich sind Spielzeugkisten, in denen man einen Teil der Sachen wegräumen kann, sodass sie nach ein paar Tagen wieder wie neu und interessant erscheinen.

Die größte Freude bereiten Sie Ihrem Kleinstkind jedoch dann, wenn Sie es an Ihrem Alltag aktiv teilnehmen lassen. Anfangs wird es, beim Kochen beispielsweise, noch in der Babywippe liegen und fasziniert zusehen. Wenige Monate später sitzt es vielleicht schon auf einer Decke neben Ihnen und kocht selbst: Mit Plastiklöffel und Kochtopf.

Zurück zu Teil 1 „Die erste Zeit zuhause“
Weiter zu Teil 3 „Das schreiende Baby“
Weiter zu Teil 4 „Das schlafende Baby“

Autor: Mag. Barbara Khalili-Langer, Mag. Dr. Sandra Miessenböck

Vorheriger ArtikelDie erste Zeit zuhause
Nächster ArtikelDas Schreiende Baby

Interessantes

- Advertisement -Jentschura

Empfehlungen