Das vertrage ich nicht

Jetzt beginnt wieder die Pollensaison. Und Allergien sowie Nahrungsmittelunverträglichkeiten (NUV) nahmen – das zeigen die neuesten Zahlen –  in den vergangenen Jahren auch in Österreich massiv zu. Grund genug, dass sich GESÜNDER LEBEN dieses Themas annimmt. Zumal Betroffene mitunter massiv unter der Einschränkung ihrer Lebensqualität leiden.

Schwierige Spurensuche. „Bei einer Allergie handelt es sich um eine überschießende Reaktion des Immunsystems. Wir können sie mittels Prick-Test und durch Messung der im Blut befindlichen Antikörper, der Immunglobuline der Klasse E (kurz IgE), nachweisen“, erklärt Dr. Beatrix Tichatschek vom Allergiezentrum Wien West. Im Gegensatz dazu ist eine NUV nicht durch einen derartigen immunologischen Test nachweisbar. Allgemein und vereinfacht gesprochen, fehlt Menschen, die unter einer NUV leiden, ein bestimmtes Enzym, das der Körper für den Abbau einer Substanz benötigt, die er über die Nahrung aufnimmt. Mit anderen Worten: Das „Zuviel“ ist das Problem. Für die Diagnose einer NUV müssen also andere Verfahren angewendet werden. Eine Möglichkeit bietet beispielsweise der H2-Test. Dieser Atemgastest, der mit einem klassischen Allergietest nichts zu tun hat, wird häufig bei Beschwerden des Magen-Darm-Trakts eingesetzt, schließlich können dadurch eine Laktoseintoleranz, Fruktosemalabsorption oder Sorbitunverträglichkeit erkannt werden (mehr zu den häufigsten NUV siehe Kasten). Bei einer Histaminintoleranz wird die Sache schon komplizierter – und auch widersprüchlicher, weiß Tichatschek: „Wir führen eine genaue Anamnese durch und versuchen, Zusammenhänge mit histaminreichen Nahrungsmitteln aufzudecken. Das Blut im Labor auf Histamin und Diaminooxidase zu analysieren stellt keinen sicheren Beweis dar, sondern nur eine Momentaufnahme.“ Noch schwieriger wird es, wenn keine der bereits genannten Unverträglichkeiten nachgewiesen werden kann und der Patient trotzdem Beschwerden hat. Dann hilft nur ein ausführliches Gespräch und das Führen eines Ernährungstagebuchs, aus dem heraus Spezialisten wie Tichatschek ein Bild entwickeln und in der Folge herausfiltern können, auf welches Lebensmittel der Betroffene eine Intoleranz entwickelt hat – und das kann im Grunde alles sein. 

Was geht da ab? Bei einer Allergie kommt es, wie bereits erwähnt, zu einer Reaktion des Immunsystems. Auslöser ist ein fremdes Eiweißmolekül, das etwa durch Pollen oder ein bestimmtes Nahrungsmittel in den Körper gelangt. „Das Allergen wird zunächst von einer repräsentierenden Zelle aufgenommen und es kommt zu einer IgE-Antikörperbildung an der Mastzelle. Bei neuerlichem Kontakt mit dem Antigen bzw. Fremdeiweiß kommt es zur Ausschüttung von Mediatoren, zum Beispiel Histamin, und es bildet sich eine allergische Entzündungsreaktion“, erklärt die Expertin. Die Beschwerden durch eine Allergie reichen von Niesen über rote, angeschwollene, mitunter tränende oder juckende Augen bis zu Schwellungen der Mundschleimhaut, aber auch Atemnot oder Hautausschläge.  Bei den NUV ist es hingegen zum Teil noch gar nicht bekannt, was sich im Körper genau abspielt. Tatsache ist jedoch, dass Betroffene meist nur gewisse Mengen von bestimmten Substanzen zu sich nehmen können. Wird diese individuell freilich sehr unterschiedliche Grenze überschritten, kann es beispielsweise zu Bauchweh, Blähungen oder Durchfall kommen. Tichatschek dazu: „Unverträglichkeiten spielen sich vorwiegend im Magen-Darm-Trakt ab, bis auf die Histaminintoleranz, die im Grunde überall Symptome auslösen kann. Und gerade das macht diese Unverträglichkeit so schwer greifbar.“

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