Das Töpfchen im Schrank

Einfach gesagt: Das Töpfchen können Sie vor dem 24. Monat im Schrank lassen. Ihr Kind kann vor diesem Alter nicht wirklich „sauber” werden, weil es seine Blasen- und Darmmuskulatur noch nicht kontrollieren kann. Den „Kampf um den Topf” zu früh zu beginnen ist unsinnig und kann schädlich für die Entwicklung des Kindes sein.

Glauben Sie Ihrer Mutter nicht, wenn sie erzählt, Sie selbst hätten schon am ersten Geburtstag keine Windeln mehr gebraucht. Und dass es eine Frage der „guten Erziehung“ sei. Gegen die „Natur” können weder Sie noch Ihr Kind an. Bei den meisten Kindern sind die After- und Blasenmuskeln ca. ab dem zweiten Geburtstag kräftig genug, den Stuhlgang untertags zu regulieren.

Um auch in der Nacht sauber zu sein, brauchen Kinder oft länger, z.B. bis zum 3. Geburtstag. Ab diesem Alter kann Ihr Kind diese zwei Muskel beherrschen und bewusst festhalten und loslassen. Übrigens, Mädchen sind oft schneller sauber als Buben.

„Erfolge” vor dem 18. Monat sind Zufall oder Ergebnis einer „Dressur”. Ersparen Sie Ihrem Kind Druck gerade bei diesem Thema. Den richtigen Zeitpunkt, um mit dem Töpfchen zu beginnen, zeigt Ihnen Ihr Kind selber an. Irgendwann zwischen dem 18. und 36. Monat merkt es, wenn etwas in die Windel geht. Reagieren Sie auf diese Hinweise: Ihr Kleines zupft an der Windel, geht in die Hocke, zeigt auf den Popo oder redet darüber. Lassen Sie Ihrem Kind Zeit, selbst zu entdecken, wie es seinen Körper kontrollieren kann. Durch diese Erfolgserlebnisse entwickelt es ein gutes Körperbewusstsein und die Fähigkeit, mit Genuss loszulassen. Mit drei Jahren sind viele Kinder ganz trocken. Aber erst mit fünf oder sechs können sie sich so gut beherrschen, dass auch bei Müdigkeit oder Spielbegeisterung nichts mehr „passiert”. Es braucht Ruhe und Zeit, um diesen sehr langwierigen Ablauf zu automatisieren. Tun Sie sich die Mühe mit den Windeln so lange an, wie Ihr Kind es braucht – und lächeln Sie nur weise, wenn andere Mütter prahlen, dass ihr Einjähriges schon auf den Topf geht.

Tipps für Eltern
Der Weg aufs Töpfchen

  • Beginnen Sie damit, das Kind aufs Töpfchen zu setzen, wenn Sie ihm ansehen, dass es so weit ist. Zeigen Sie ihm die schmutzige Windel, sagen Sie ihm, was das ist – und dass das Häufchen in das Klo gehört.
  • Bringen Sie Ihrem Kind ein einfaches Wort – „Aa” ist so eines – für den Stuhlgang bei, damit es sich leicht selbst melden kann.
  • Wundern Sie sich nicht, wenn Ihr Kind am Anfang „verhält”: Zuerst übt und erlernt es das Zurückhalten, dann das Loslassen. Genauso wie mit der Hand: Babys können erst greifen und halten, dann erst loslassen.
  • Auch wenn sich kein Erfolg einstellt, lassen Sie das Kind nur ein paar Minuten auf dem Topf sitzen. Zeigen Sie keine Enttäuschung – aber loben Sie es, wenn es geklappt hat.
  • Nehmen Sie ihm sein „Produkt” nicht einfach weg, sondern erklären Sie und zeigen Sie, was weiter damit passiert. Gehen Sie gemeinsam auf die Toilette und lassen Sie das Kleine die Spülung betätigen.
  • Seien Sie im Übergangsstadium geduldig. Töpfchen-Gehen muss genauso mühsam erlernt werden wie Gehen. Da gehört dazu, dass sich das Kleine erst meldet, wenn es zu spät ist. Oder dass es nicht die ganze Nacht hindurch trocken bleiben kann. Schimpfen oder Strafen hilft nichts, das Kind hat das nicht in der Hand.
  • Auch später, wenn das Kind „windelfrei” ist, kann es zu Rückfällen kommen, z.B. bei Erkrankungen oder Umstellungen.
  • Für ein Kind sind Ausscheidungen nichts Schmutziges, sondern genauso interessant wie alles andere auch. Da kann es auch vorkommen, dass es mit seinen „Produkten” spielen möchte.
  • Wenn Ihr Kind auf das WC mit Ihnen mitgehen möchte, verbieten Sie es ihm nicht. Auch diesen Punkt schauen sich Kinder bei den Großen ab.
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