Das schlafende Baby

In den ersten Lebenswochen und -monaten hat das Kind noch keinen Schlaf-Wach-Rhythmus wie Erwachsene, Tag- und Nachtschlaf sind ungefähr gleich verteilt, das Kind lernt erst durch Umgebung (Tageslicht/Dunkelheit, Alltagsgeräusche/nächtliche Stille…) und Eltern den Unterschied zwischen Tag und Nacht.

Bis Säuglinge einen halbwegs regelmäßigen Tag- und Nacht-, Wach- und Schlaf-Rhythmus wie wir Erwachsenen entwickeln, dauert es mindestens drei Monate, in der Regel aber ein halbes Jahr. In den ersten Tagen und Wochen wechseln Schlafen und Wachen in sehr kurzen Abständen ab. Anfangs schläft ein Baby im Durchschnitt 16 ½ Stunden am Tag, in kleinen Stücken von eineinhalb bis drei Stunden.

Durchschlafen bei Babys heißt, sie schlafen etwa fünf bis sechs Stunden am Stück, von ungefähr Mitternacht bis morgens fünf oder sechs Uhr.

Was ist hilfreich, damit die Nacht nicht zum Tag wird?

In den ersten drei Lebensmonaten können Eltern den Schlaf-Wach-Rhythmus ihres Kindes zwar noch kaum beeinflussen, aber je regelmäßiger der Tagesablauf der Familie vonstatten geht, je regelmäßiger die Zeiten für Essen, Spielen, Spazieren gehen oder Baden eingehalten werden, umso einfacher wird sich das Baby später tun, einen gleichmäßigen Rhythmus zu entwickeln.

  • Licht spielt eine große Rolle bei der Entwicklung des Tag-Nacht-Empfindens. Gut ist deshalb mit dem Kind jeden Tag mindestens eine halbe Stunde spazieren zu gehen und das Baby tagsüber warm eingepackt im Kinderwagen auf dem Balkon oder im Garten schlafen zu lassen.
  • Viele Babys lieben es abends vor dem Schlafengehen gebadet zu werden und schlafen hinterher auch schneller und problemloser ein.
  • Vor dem Schlafengehen sollten Sie sich nicht mit ihrem Kind ausgiebig beschäftigen oder gar spielen. Kinder brauchen die Gelegenheit zu erfahren, dass sie schon in der Lage sind ohne fremde Hilfe wieder einzuschlafen. Erst wenn Ihr Baby anfängt richtig zu schreien und sich nicht selbst beruhigt, sollten Sie es zu trösten versuchen, indem Sie es streicheln und ihm gut zureden. Keinesfalls sollten Sie ihm nochmals die Flasche oder die Brust geben, wenn es bereits vorher gut getrunken hat. Sonst gewöhnt es sich daran, jedes Mal sobald es aufwacht, an der Brust oder mittels Fläschchen wieder einzuschlafen.
  • Das Bett soll ein positiver Ort sein, Kinder sollten nie als Strafe niedergelegt werden. Ins Bett sollten Sie auch keine Spielsachen geben.
  • Das Einschlafzeremoniell sollte von mehreren Menschen gemacht werden können, das Kind sollte nicht nur an die Mutter fixiert sein.
  • Einschlaf-Rituale sind die besten Einschlafhilfen. Kinder brauchen solche Rituale. Sie vermitteln ihnen Geborgenheit, Zuwendung und Zärtlichkeit. Und das nötige Gefühl der Sicherheit, um „loszulassen“ und einzuschlafen. Einschlaf-Rituale sind wiederkehrende Ereignisse, die jeden Tag ein und denselben Ablauf haben: zum Beispiel Baden, ein Gute-Nacht-Lied oder eine Geschichte. Gute-Nacht-Rituale sollten stets zum Alter des Kindes passen. Sie geben dem Kind Sicherheit und stellen es aufs Schlafen ein.
  • Das Baby sollte dort aufwachen wo es einschläft. Ist es zum Beispiel im Arm der Mutter eingeschlafen und wacht in der Nacht im Gitterbett auf, ist es verunsichert und weint.


Wenn das Kind lieber bei den Eltern schlafen möchte

  • Das Schlafen im Elternbett für das Kind so unbequem wie möglich gestalten
  • Das Bettzeug und Dinge des Kindes (z.B. Stofftier) sollten immer im Bett des Kindes zurückgebracht werden nachdem es bei den Eltern geschlafen hat.
  • Ermuntern Sie Ihr Kind auch am Tag zu mehr Selbstständigkeit, denn so fördern Sie auch die Selbstständigkeit in der Nacht.

Wo soll das Kind schlafen?

Lassen Sie sich bei der Entscheidung, wo Ihr Kind schlafen soll, von niemanden beeinflussen. Wichtig ist nur was Sie selbst wollen.

In den meisten Ländern ist es allerdings üblich, dass kleine Kinder bei ihren Eltern schlafen. So bekommen die Kinder Wärme, körperliche Nähe und Geborgenheit. Vor allem in der Stillzeit ist es bequem und Zeit sparend, wenn das Baby im Bett der Mutter schläft, weil die Mutter so ohne aufzustehen stillen kann und alle gleich wieder weiterschlafen können.

Der richtige Zeitpunkt für einen Wechsel ins eigene Bett bzw. ins eigene Zimmer sollte dem Rhythmus des Kindes angepasst werden. Ein guter Zeitpunkt für den Wechsel ins eigene Bett ist, wenn das Kind in der Nacht nicht mehr gestillt wird und durchschläft. Im 2. Lebensjahr kommt es zu einem Entwicklungssprung: das Kind will Neues ausprobieren und selbstständig sein. In dieser Phase kann es auch dazu kommen, dass Kinder, die bereits problemlos durchgeschlafen haben, wieder vermehrt die Nähe ihrer Eltern suchen.

Wenn das Kind im eigenen Zimmer schlafen soll, dann ist es wichtig, dass das Zimmer vorher dem Kind vertraut ist, denn das gibt Sicherheit. Das Kind sollte nicht nur zum Schlafen dort sein, sonst bekommt es Angst wenn es nachts in einer fremden Umgebung aufwacht. Das Kind muss Gelegenheit haben das Zimmer tagsüber positiv zu erleben und sich langsam an das Zimmer zu gewöhnen.

Zurück zu Teil 1 „Die erste Zeit zuhause“
Zurück zu Teil 2 „Das wache Baby“
Zurück zu Teil 3 „Das schreiende Baby“

Autor: Mag. Barbara Khalili-Langer, Mag. Dr. Sandra Miessenböck

Vorheriger ArtikelDas Schreiende Baby
Nächster ArtikelPartnerschaft nach der Geburt

Interessantes

- Advertisement -Jentschura

Empfehlungen