Das große Gähnen

Wie Sie der Müdigkeit in der kalten Jahreszeit ein Schnippchen schlagen und trotz allgemein vorherrschender Erschöpfung aktiv bleiben.

Regelmäßige Bewegung, am besten an der frischen Luft und im Sonnenlicht, hilft müden Gliedern auf die Sprünge.

In der Herbstzeit fühlen sich viele Menschen schlapp und energielos. Im Büro, beim Einkaufen oder daheim, die meisten Menschen fühlen sich derzeit schlapp und energielos. Nach einem erlebnisreichen Sommer bemerken sie, dass der Körper auf einmal häufiger nach einer Ruhepause verlangt. In der Früh kommen etliche viel schwerer „aus den Federn“, nur Kaffee hilft durch den Tag. Mit dem Herbst und der bald folgenden Zeitumstellung kehrt eindeutig die allgemeine Müdigkeit wieder in Österreich ein. 

Warum die Augen ständig zufallen 
Die Ursache der Wintermüdigkeit liegt vor allem darin, dass die Sonne schon am Nachmittag verschwindet. Damit gerät unsere innere Uhr aus dem Gleichgewicht. Probleme bereitet vor allem die so genannte Zirbeldrüse. Diese befindet sich im Zwischenhirn, und zwar im Epithalamus. Sie ist dort für die Produktion des Hormons Melatonin zuständig. Dieses wird zumeist hergestellt, wenn es dunkel ist. Bricht früher die Dämmerung herein, schüttet die Zirbeldrüse natürlich früher Melatonin aus. Das Resultat: Wir werden bald schläfrig. Das Schlafhormon Melatonin steht überdies in engem Kontakt mit dem Botenstoff Serotonin (Glückshormon). Steigt der Melatoninspiegel, sinkt jener des Serotonin. Mit seinem Abfall sinkt auch die Laune. Dafür vervielfacht sich die Gier nach Süßem und Fettigem. Etwa 70 Prozent der Menschen reagieren sensibel auf die verstärkte Melatoninproduktion im Herbst! 

Munter werden! 
Beginnen Sie den Tag bereits in den ersten Minuten aktiv. Strecken Sie sich im Bett durch, spannen Sie die Muskeln an. Dann weckt eine Wechseldusche müde Lebensgeister. Dafür ein paar Mal die Temperatur von angenehm warm bis hin zu kalt wechseln. Das regt die Durchblutung an und aktiviert durch die unerwarteten Reize müde Gliedmaßen. Manch einer möchte sich nicht unter eine kalte Dusche stellen, der kann mit kaltem Wasser das Gesicht oder die Unterarme waschen. Mit einem energiereichen Frühstück startet es sich dann gleich leichter in den Tag! Nehmen Sie sich dafür Zeit, auch wenn Sie zehn Minuten früher aufstehen müssen. Vor allem jetzt ist es wichtig, den Körper mit vielen Vitaminen zu versorgen. Daher schmecken Obst, Gemüse, Nüsse, Milchprodukte und Vollkornbrot zum Aufstehen besonders gut und tun dem Organismus wohl. Fettige und üppige Mahlzeiten hingegen strapazieren den Magen und machen schlapp. Gewöhnen Sie sich überdies an, bereits in der Früh ein großes Glas Leitungswasser oder eine Kanne Tee zu trinken. Wer zu wenig trinkt, leidet nämlich schneller an Müdigkeit und Konzentrationsschwäche, mitunter auch an Kopfweh. Tagsüber ebenfalls darauf achten, dass der Flüssigkeitshaushalt ausgeglichen bleibt. 

Kaffeeduft in der Luft 
Kaffee gehört in der Früh für viele Menschen unbedingt dazu. Vor allem das Koffein, eines der zahlreichen Inhaltsstoffe im schwarzen Getränk, weckt auf. Die Substanz dockt an bestimmten Molekülen der Körperzellen an. Koffein verdrängt dabei den körpereigenen Botenstoff Adenosin, welcher Müdigkeit auslöst. Das entfaltet eine anregende Wirkung, etwa auch der Herztätigkeit. Weiters löst es Harndrang aus und fördert die Konzentration. Es sollte aber nicht zu viel davon sein! Wer nämlich regelmäßig große Mengen Kaffee trinkt, gewöhnt sich daran und reagiert dann weniger stark darauf. Es lohnt sich, hin und wieder zu Alternativen wie grünem Tee oder Mate zu greifen. 

Aktiv durch den Tag 
Wer Zeit hat, startet seinen Tag mit einem flotten Spaziergang oder gleich mit einer Sporteinheit an der frischen Luft. Wenn es der Job nicht zulässt, macht man sich am besten zu Fuß auf den Weg in die Arbeit oder geht zumindest ein Stückchen davon. Experten raten grundsätzlich dazu, sich tagsüber so viel wie möglich im Freien aufzuhalten, selbst wenn der Himmel bedeckt ist. Tageslicht ist wichtig, um den Körper aufzuwecken und die Müdigkeit zu vertreiben. 

Regelmäßige Bewegung (nicht nur draußen) macht munter, zu langes Sitzen am Schreibtisch hingegen schlapp – den Körper und das Gehirn gleich mit dazu. Ein kurzer Spaziergang nach einem (leichten!) Mittagsessen kann dann helfen, den Kreislauf neu anzuregen. Grundsätzlich gilt: Bauen Sie vermehrt Aktivität in den Alltag ein! Verzichten Sie hierfür öfter einmal auf das Auto oder nehmen Sie regelmäßig die Stiegen. Außerdem gilt natürlich: Dran bleiben am Lieblingssport! Walken, Wandern, Radfahren oder Joggen kann man im goldenen Herbst besonders gut. 

Liegt eine Herbstdepression vor? 
Manche Menschen reagieren mehr als nur ein wenig müde auf den Wechsel der Jahreszeiten. Bei ihnen tritt Unwohlsein oder gedämpfte Stimmung auf, manchmal sogar Anzeichen wie z.B. Hoffnungslosigkeit und Antriebslosigkeit. Mitunter quälen auch körperliche Symptome von Bauchweh bis zu Rückenschmerzen. Dann spricht man von einer „Herbst- und Winterdepression“. Darunter verstehen Ärzte eine Unterform der depressiven Erkrankung. Dieses Leiden tritt in regelmäßigen Abständen zu einem bestimmten Zeitpunkt im Jahr auf. Bekannt ist es deshalb als „saisonal abhängige Depression (SAD)“ mit sehr ähnlichen Symptomen zur herkömmlichen Depression. Grundlose Niedergeschlagenheit sowie eine Antriebs- und Energielosigkeit treten bei beiden Beschwerdeformen auf. Unterschiede zeigen sich allerdings oft im Ess- und Schlafverhalten. Bei der Winterdepression entwickeln die Betroffenen in vielen Fällen Heißhunger auf kohlenhydratreiche Lebensmittel wie Süßigkeiten oder deftige Mahlzeiten. Gewichtszunahme tritt oftmals auf. Appetitlosigkeit und Gewichtsabnahme stellen hingegen Anzeichen einer „normalen Depression“ dar. Saisonal Depressive haben überdies das Gefühl, ständig schlafen zu müssen, empfinden die Nachtruhe aber nicht als erholsam. Bei der Behandlung versucht man, das fehlende Tageslicht zu ersetzen. Zum Einsatz kommen Lampen mit einer sehr starken Lichtleistung. Die meisten strahlen mit 10.000 Lux. Richtwerte: Ein heller Sommertag erfreut die Seele mit ca. 100.000 Lux. Ist es trüb, wirken immerhin noch ca. 20.000 Lux auf das Auge. In Büroräumen kommt man durchschnittlich nur auf bis zu 700 Lux.

SO ESSEN SIE SICH WACH!

• Ins morgendliche Müsli gehören Beeren, vor allem Heidelbeeren: Denn diese steigern auch Ihre Hirnleistung und geben dem Körper Energie.
• Nüsse versorgen den Körper außerdem mit wichtigen Nährstoffen und kurbeln den Energiehaushalt an. Ein toller Snack, wenn die geistigen Kräfte nachlassen.
• Sich aktiv snacken, können Sie ebenfalls mit Kernen wie zum Beispiel vom Kürbis.
• Schokolade macht munter: Das im Kakao enthaltene Theobromin entfaltet seine Wirkung über einen längeren Zeitraum. Haken an der Sache: Der Kakaoanteil sollte 70% oder höher sein.
• Wer sich ständig müde und abgeschlagen fühlt, könnte zu wenig Lecithin aufweisen. Dieses nehmen Sie am besten mit Sonnenblumenkernen oder mit Eiern auf. Diese kleinen Kraftpakete sind in gekochter Form optimales Essen für zwischendurch.

RICHTIG ATMEN FÜR DIE KONZENTRATION

Die meisten Menschen, und vor allem bei Stress, atmen zu flach. Dabei kann eine bewusste, tiefe Atmung zu mehr Konzentration und Kraft für den Tag verhelfen. Versuchen Sie daher, sich mit folgender Übung zu aktivieren. Wenige Minuten reichen zumeist schon, um sich klarer zu fühlen: 
• Die Luft durch die Nase langsam einatmen. 
• Nun bewusst in den Bauch einatmen. Diesen dabei heben. 
• Eine Pause machen und die Luft anhalten. 
• Nun die Luft durch den Mund langsam ausströmen lassen. 
• Bewusst ausatmen und den Bauch senken.

Interessantes

- Advertisement -Jentschura

Empfehlungen