Das Geheimnis der Liebe

Liebe lässt uns die Welt rosarot sehen. Liebe lässt uns den Boden unter den Füßen verlieren. Liebe ist kompliziert. Aber kann man dieses große Gefühl auch biologisch erklären? Gibt es eine Biochemie der Liebe? Und wie wirkt sich Liebe auf unsere Gesundheit aus? gesünder leben nähert sich mit Experten diesem großen Thema. Und erklärt, warum Männer von Liebesbeziehungen mehr profitieren und warum man sich während einer Achterbahnfahrt plötzlich verlieben kann.

Zwar wurden bereits zahlreiche Studien rund um das Thema Liebe durchgeführt, diese sind aber mit äußerster Vorsicht zu genießen, betont der Neuroendokrinologe Prof. Dr. Günter Stalla vom Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München: „Wissenschaftliche Erkenntnisse über die biologischen Grundlagen der Liebe beziehen sich vor allem auf Tierstudien an Wühlmäusen und Bildgebungsuntersuchungen, die Gehirnaktivitäten darstellen können. Entsprechend der limitierten Untersuchungsmodalitäten und Studiendaten sind die Erkenntnisse in Bezug auf biochemische Grundlagen der Liebe nur unzureichend und eine Übertragung der Tierstudien auf den Menschen nur bedingt möglich.“

Erfolgsmodell Sex
Schon allein, wenn man nach der Definition von Liebe fragt, gehen die Antworten und Meinungen bei Medizinern weit auseinander. Prof. Dr. Peter Walschburger, Biopsychologe an der Freien Universität Berlin, verfolgt einen klar evolutionstheoretischen Ansatz: „Leidenschaftliche Liebe ist das Resultat der evolutionär erfolgreichsten Fortpflanzungsstrategie.“ Liebe also als Trick der Natur, den Fortbestand der Menschheit zu sichern? „Fortpflanzung funktioniert in der Natur auch asexuell, zum Beispiel durch Knospung. Die sexuelle Fortpflanzung hat sich aber als absolutes Erfolgsmodell herauskristallisiert. Sie erhöht nämlich die Variationsbreite bei den Nachkommen und bereitet uns so optimal auf Umweltveränderungen vor.“ Liebe und Paarbeziehungen seien zudem eine praktische Einrichtung der Natur, „um die hilflosen Menschenkinder zu beschützen“. Wenn in der Pubertät das System der Sexualhormone gereift ist und somit der sexuelle Trieb einsetzt, wird man der vertrauten Eltern überdrüssig. Fremde Personen werden dagegen interessant, sie erscheinen nicht mehr bedrohlich, sondern anziehend. „Die Pubertät ist eine Zeit, in der man schon verliebt ist, aber noch nicht weiß, in wen.“

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