‚Corona-Effekt‘ im Kosmetikschrank

Jede Frau hat auf jeden Fall mehrere – Lippenstifte. Oft auch Parfums und Nagellacke. Männer kommen nicht ohne Rasierschaum aus. Duschgel, Zahnpasta, Haarshampoo finden sich ebenso in jedem Badezimmer. Also das war zumindest bis jetzt so.

Aber seit wir nun schon seit einem Jahr Social Distancing betreiben und so viel Zeit in den eigenen Wänden verbracht haben, könnte sich doch am Haut- und Körperpflegeverhalten etwas verändert haben. Oder hatten Sie nicht auch schon solche Tage, an denen Sie unfrisiert vom Bett zum Computer wankten, um mit (noch) ungeputzten Zähnen beim E-Mail-Check den Morgenkaffee zu schlürfen?

Die Plattform „kosmetik transparent“ (www.kosmetik-transparent.at) wollte das genauer wissen und gab beim Online-Befragungsinstitut Marketagent Ende Oktober/Anfang November eine Umfrage in Auftrag: Haben die Lebensumstände im Coronajahr 2020 unser Pflegeverhalten beeinflusst? Die Teilnehmer waren zwischen 20 und 75 Jahre alt, die Ergebnisse wurden jenen einer Vergleichsstudie vom April 2020 gegenübergestellt. Das Unspektakuläre zuerst: Wenig überraschend kamen mehr Handcremes zum Einsatz als je zuvor. Im Frühjahr gab mehr als ein Drittel der Interviewten an, solche Pflegeprodukte häufiger zu verwenden, im Oktober/November immerhin noch 14 Prozent. Beim Zähneputzen zeigen Anwender keine Kompromisse, ein „Corona-Effekt“ blieb hier weitgehend aus, denn es gilt als hygienisches Grundbedürfnis. Fast 100 Prozent reinigten ihr Gebiss unabhängig von Lockdown und Home-Office wie gewohnt. Laut „Statista“-Datenputzen fast alle Österreicher (97 Prozent) mindestens einmal täglich, zwei Drittel morgens und abends 7 Prozent sogar mehr als das.


Ansonsten hieß es auf dem Kosmetik-Sektor hingegen „weniger ist mehr“: Bei Frauen ging die Verwendung von Make-up im Frühjahrs-Lockdown um fast ein Viertel zurück, im Oktober blieben noch immer knapp zehn Prozent beim kompletten Verzicht auf Foundation und Co. Lippenstifte werden auch jetzt noch mit 13,8 Prozent deutlich weniger eingesetzt. Tatsächlich berichten zahlreiche Damen darüber, dass sie es als angenehm und befreiend empfinden, sich nicht ständig zu schminken. Häufiges Argument für draußen, vor allem wenn es um kurze Wege zum Einkaufen geht: Beim Maskentragen sieht man sowieso nur die Augen, Lippenstift und Make-up verschmieren und verschmutzen den MNS.


Allerdings machte sich auch beim Einsatz von Deos ein gewisser Schlendrian breit. Der Verbrauch ging gleich um 15,6 Prozent im Frühjahrs- Lockdown zurück, im Herbst immerhin noch um 5,6 Prozent. Fast jeder Zehnte sparte auch nach dem Lockdown weiterhin an Parfum und Eau de Toilette.

Beim Styling der Haare zeichnet sich der Trend zu mehr Natürlichkeit noch deutlicher ab. Knapp jeder Vierte ließ im Zuge von Ausgangsbeschränkungen Gel, Wachs und Haarspray komplett im Schrank. Und bei den Männern sprießen wieder die Gesichtshaare! Einer von 10hat sich in der Corona-Kriseentschlossen, sich einen Bart stehen zu lassen. Alles in Allem ist kosmetische Pflege für Herrn und Frau Österreicher aber ein wichtiges Thema–bis hin zum gewohnten Ritual, dem man durchschnittlich eine halbe Stunde pro Tag einräumt, im Home-Office oft auch noch länger.

Partnerkrise im Badezimmer?

Viele Paare sind sich beim Pflegeverhalten noch nie so nahe gekommen wie jetzt. Wer hat schon ein eigenes Badezimmer oder getrennte Kosmetikschränke? Und ehrlich – wollen wir wirklich sehen, wie lange die Nasenhaare unseres Liebsten sind oder die olfaktorische Erfahrung machen, wie es riecht, wenn das (zu stark versprühte) Parfum der Partnerin mit dem Geschmack des Frühstückskipferls auf nüchternen Magen kollidiert? Eine weitere Befragung, die das Kosmetikportal durchführen ließ, legt dar, was jeweils am Styling des anderen am meisten stört. Nur zwei von fünf Frauen haben an der Körperpflege des Partners nichts auszusetzen! Überraschend kritisch zeigten sich auch die Herren der Schöpfung: Jeder zweite fand etwas, das er an den Kosmetikgewohnheiten seiner Herzensdame zu beanstanden hatte. Die Auflistung oben zeigt, wobei die häufigsten Konflikte auftreten. Schnell einmal in den Cremetiegel der Liebsten greifen, um trockene Haut zu verbessern oder Krähenfüße zu beseitigen? Lieber nicht: Wenn Männer die Gesichts-und Körperpflegeprodukte der Partnerin verwenden, wird die Mehrzahl der Damen richtig sauer . . .

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