Cholesterinsenker: Müssen sie wirklich sein?

Zu hohes Cholesterin! Das hört fast jeder von uns einmal im Leben. Kein Wunder, gehört die Hypercholesterinämie, so der Fachausdruck für erhöhte Cholesterinwerte im Blut, zu den weitverbreitetsten Phänomenen in der Medizin. Interessant: In den nordeuropäischen Ländern ist der Cholesterinspiegel deutlich höher als in südeuropäischen. Dafür sind Unterschiede in der Ernährung und genetischen Veranlagung verantwortlich. In einer Studie des Robert-Koch-Instituts in Deutschland geben 20 Prozent der Befragten an, dass in den letzten zwölf Monaten eine Fettstoffwechselstörung festgestellt wurde. Mit steigendem Alter nimmt sie deutlich zu. Oftmals erhalten Betroffene dann sogenannte Statine, cholesterinsenkende Medikamente.

Ursachen für hohes Cholesterin
„Eine Hypercholesterinämie ist mehr ein Symptom als ein reines Krankheitsbild und meistens die Folge eines bestimmten Ernährungs- und Lebensstils oder die Folge anderer Erkrankungen“, erklärt Primarius Dr. Polys Polydorou, Vorstand der Abteilung für Innere Medizin, Geriatrie und Stoffwechselerkrankungen im Landesklinikum Baden–Mödling. Durch cholesterinreiche Ernährung oder übermäßigen Alkoholkonsum kommt es zu einer Überlastung des Fettstoffwechsels im Körper und die verursacht hohe Cholesterinwerte im Blut. „Aber auch Krankheitsbilder wie z. B. Schilddrüsenunterfunktion, Magersucht, verschiedene Nieren- und Gallenerkrankungen oder Zuckerkrankheit können einen erhöhten Cholesterinspiegel verursachen. Außerdem kann es die Nebenwirkung bei der Einnahme von Kortison und anderen Hormonen, Betablockern oder Thiaziden (Therapie von hohem Blutdruck) sein. Genetische Faktoren spielen bei den meisten Fettstoffwechselstörungen eine wichtige Rolle, die aber häufig erst bei einer ungesunden Lebensweise, Übergewicht oder Bewegungsmangel in Erscheinung treten“, weiß der Stoffwechselexperte. Für alle Eltern wichtig ist: „Es gibt Menschen mit einer erblich bedingten Erhöhung des Cholesterins, die bereits in jungen Jahren ein zehnfaches Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall haben. Daher ist es empfehlenswert, schon im Kindesalter die Blutfette bestimmen zu lassen.“

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