Blutdruck senken ganz natürlich!

Wann haben Sie das letzte Mal Blutdruck gemessen? Oder anders gefragt: Wissen Sie, ob er zu hoch ist? Zwei Drittel der Österreicher wissen das nämlich nicht. Und das hat mitunter fatale Folgen, denn zu hoher Blutdruck schädigt die Gefäße und kann im Laufe der Jahre Gefäßverschlüsse, Schlaganfall und Demenz, Herzinfarkt und Herzschwäche, Nierenversagen sowie andere Organschäden verursachen. Damit nicht genug, sterben hierzulande jährlich rund 10.000 Menschen an Schlaganfällen und etwa 29.000 an Herz-Kreislauf-Erkrankungen – das macht zusammen fast die Hälfte aller Todesfälle in Österreich.

Was ist zu hoch? Ab wann von einer  Hypertonie – wie der Bluthochdruck in der Fachsprache bezeichnet wird – die Rede ist, ist gar nicht so einfach zu sagen. Denn während das Messen an sich keine Schwierigkeiten bereitet, braucht es für eine aussagekräftige Beurteilung der Blutdruckhöhe den Mittelwert von mindestens 30 Messwerten. „Das liegt daran, dass sich der Blutdruck wegen jeder Kleinigkeit verändert. Selbst unmittelbar nacheinander gemessene Drücke sind unterschiedlich“, weiß Univ.-Prof. Dr. Dieter Magometschnigg, Facharzt für innere Medizin und Experte auf dem Gebiet des Bluthochdrucks. So ist er unter anderem Mitbegründer der Österreichischen Hochdruckliga und Gründer und Leiter des Instituts für Hypertoniker in Wien. Als normal gilt, wenn weniger als die Hälfte der 30 Messwerte über 130/80 mmHg liegen (Anm.: mmHg steht für Millimeter Quecksilbersäule, die Maßangabe für den Blutdruck, angegeben in zwei Werten – dem oberen bzw. systolischen und dem unteren bzw. diastolischen).

Eine Frage des Lebensstils. Bei der Behandlung setzt Magometschnigg vor allem zu Beginn auf eine Kombination aus Schulmedizin und alternativen Therapien. „So hat der Patient recht schnell einen Behandlungserfolg. Personen, die schulmedizinischen Medikamenten gegenüber eher abgeneigt sind, können dann versuchen, diese abzusetzen und nur die alternative Therapie beibehalten – wie immer diese ausschauen mag. Wenn  sich die Blutdrücke im Normalbereich stabilisieren, ist das Behandlungsziel erreicht.“ Der Spezialist ist sich übrigens sehr wohl bewusst, dass „es mit Abstand das Leichteste ist, ein Medikament zu schlucken. Den Lebensstil zu ändern, fällt wesentlich schwerer.“ Wobei genau das entscheidend ist, um für den langfristigen Erfolg der Therapie bzw. einen dauerhaft normalen Blutdruck zu sorgen. Schließlich spiegelt die Volkskrankheit Bluthochdruck, laut Magometschnigg, die Schattenseite unseres industriellen Lebensstils wider: Wir essen zu viel und/oder zu oft, wir sitzen die meiste Zeit, bewegen uns zu selten und wir führen ein stressiges Leben, das uns überfordert, stehen ständig unter Druck und haben zu wenig Abwehrkraft gegen die Strapazen des Alltags.

Du bist, was du isst. Eine gesunde Ernährung kann bei einem zu hohen Blutdruck wahre Wunder bewirken. Diese sollte möglichst abwechslungs- und nährstoffreich sein, viel saisonales, regionales Gemüse und Obst beinhalten, Kohlenhydrate in Form von Erdäpfeln, Vollkornlebensmitteln, qualitativ hochwertigen Fett und tierische Produkte mit Maß und Ziel. Im Hinblick auf den Bluthochdruck gehört allerdings insbesondere der Salzkonsum eingeschränkt. Schon 1940 wurde nachgewiesen, dass eine (zu) hohe Salzzufuhr zu erhöhten Blutdruckwerten führt. Viele Menschen kommen täglich auf bis zu 15 Gramm Salz, was rund zehn Gramm zu viel sind – empfohlen werden nämlich 6 Gramm pro Tag. Die zu hohe Menge steckt unter anderem in Fertigprodukten, Brot, Wurstwaren und Käse, kommt aber auch durch übermäßig gesalzene Beilagen auf den Tisch. Tipp: Greifen Sie statt zum Salzstreuer künftig zu Gewürzen und frischen Kräutern.  Des Weiteren ist im Kampf gegen eine Hypertonie eine Gewichtsreduktion effektiv. Magometschnigg: „Entweder man isst generell weniger oder man isst seltener, legt also längere Pausen zwischen den einzelnen Mahlzeiten ein. Dabei kann man ebenfalls unterschiedlich vorgehen: Manche essen statt dreimal nur mehr zweimal am Tag, andere essen – wie das etwa der bekannte österreichische Kabarettist Bernhard Ludwig tut – nur jeden zweiten Tag.“

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