Besser atmen im Winter

Was kann ich tun, um die Raumluft auch im Winter zu verbessern?
DI Ingrid Tributsch
Expertin bei „die umweltberatung“ Wien

Menschen verbringen über 20 Stunden pro Tag in Räumen. Um verbrauchte Luft und Schadstoffe gegen frische, sauerstoffreiche Luft auszutauschen, sollten Sie daher mindestens drei- bis viermal täglich lüften!

Machen Sie das Fenster in der kalten Jahreszeit immer ganz auf, ideal ist das sogenannte Querlüften, also das gleichzeitige Öffnen von Fenstern oder Türen, die sich gegenüberliegen. Wenn das nicht geht, dann sollten Sie bei offenem Fenster stoßlüften.

Kippen Sie niemals dauerhaft das Fenster im Winter, weil dies zu einer extremen Abkühlung der Wand um den Fensterrahmen führt. Dies fördert die Schimmelbildung. Und achten Sie auf die Luftfeuchtigkeit, diese sollte zwischen 30 und 55 Prozent liegen. Ist es zu feucht, dann lüften Sie! Kalte Luft nimmt Feuchtigkeit beim Erwärmen effizient auf (viele Tipps auch auf: www.umweltberatung.at).

Welche Kräuter und Heilmittel aus der Apotheke empfehlen Sie?
Dr. Christiane Körner
angestellte Apothekerin in Graz, Vizepräsidentin der Österreichischen Apothekerkammer

Haut, Nase, Augen und Lunge leiden besonders unter der trockenen Heizungsluft. Wenn die Raumluft zu trocken ist, hilft ein Luftbefeuchter. Ätherische Öle aus der Apotheke wie Eukalyptus oder Latschenkieferöl sind wohlriechend und wirken desinfizierend. Für die Atemwege gilt generell: viel trinken! Ideal sind schleimstoffhältige Teemischungen mit Eibisch oder Salbei, wohlschmeckende Tees mischt Ihnen Ihr Apotheker. Zur Befeuchtung der Nasenschleimhaut empfehlen wir Hyaluronsäure-haltige Nasentropfen oder -gels; je feuchter die Nasenschleimhaut, desto weniger Keime können eindringen. Eine gut befeuchtete Nasenschleimhaut schützt also auch vor Schnupfen!

Trockene Luft reizt auch die Augen. Linderung verschaffen pflegende Augentropfen – insbesondere dann, wenn Sie auch noch viele Stunden vor dem Bildschirm verbringen.

Wie schütze ich mich am besten vor einem Schnupfen?
Univ.-Prof. Dr. Florian
Thalhammer Spezialist für Infektionskrankheiten, Wien

Ein Schnupfen lässt sich nicht immer vermeiden, aber Sie können Ihre Ansteckungsgefahr verringern. So sollten Papiertaschentücher wirklich nur einmal verwendet werden, und waschen Sie sich so oft wie möglich die Hände – etwa nach jedem Schnäuzen, nach dem Einkaufen oder dem Benutzen von öffentlichen Verkehrsmitteln. Wenn Sie niesen müssen und kein Taschentuch griffbereit ist, niesen Sie bitte in die Ellenbeuge, nicht in die offene Hand! Wenn Sie einen Luftbefeuchter verwenden, achten Sie auf die korrekte Wartung. Ein schlecht gewarteter oder gereinigter Luftbefeuchter ist eine Brutstätte für Bakterien und Pilze!

Und: Erkältungen im Winter werden in den allermeisten Fällen von Viren verursacht. Da helfen Antibiotika nichts. Schonen Sie sich, und gehen Sie regelmäßig an die frische Luft, bei Bedarf können Sie ein fiebersenkendes Medikament einnehmen.

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