Aufräumen macht Spaß

„Jetzt komm schon, hör endlich auf zu spielen und räum Dein Kinderzimmer zusammen. Das schaut ja entsetzlich aus hier. Nein, auch der Turm muss weg. Wenn die Oma kommt, muss alles ganz ordentlich sein. Mach schon, trödel nicht herum. Wie oft hab ich jetzt schon gesagt, dass Du endlich aufräumen sollst …”

Schrecklich, nicht wahr. Können Sie sich noch erinnern? Ganz vertieft waren Sie in das faszinierende Spiel, da kam plötzlich die Mutter oder der Vater herein und hörte nicht auf, zu „keppeln”, bis Sie genervt zusammenräumten. Und heute? Ist Zusammenräumen für Sie eine „lästige Pflicht”, der man sich missmutig unterziehen muss? Oder ist es eine Selbstverständlichkeit, der Sie sogar Freude abgewinnen können, zumindest nachher, wenn das Zimmer aufgeräumt ist?

Ihrem Kind können Sie helfen, Lust und Spaß an der Ordnung zu haben. Wenn Ihr Kind schon in den ersten Lebensjahren – auch durch Ihr Beispiel – erlebt, dass Ordnung Spaß machen kann und angenehme Seiten hat, wird sie ihm zur selbstverständlichen Gewohnheit. Ihre Aufgabe ist es alles zu vermeiden, was kindliche Aggressionen gegen Ordnung weckt – also der Eindruck, dass Ordnung immer einen Eingriff in sein Spiel und die Durchsetzung der elterlichen Wünsche bedeutet. Oder dass Zusammenräumen immer die eigene Ordnung des Kindes zerstört. Außerdem sind Sie beispielgebend für Ihr Kind: Wenn Sie also mit fröhlicher Miene und Freude aufräumen, dann wird sich das auch auf Ihr Kind übertragen. Vielleicht probieren Sie es einmal mit dem lustigen Aufräumspiel, dessen Spielregel ganz einfach ist: Das Stück,  das man gerade in der Hand hat, legt man auf den Platz, wo es hingehört. Und dann kommt das nächste dran. Und vergessen Sie nicht, Ihr Kind zu loben!

Sie sollten es aber nicht übertreiben. Eine aufgezwungene starre Ordnung, mit strengen Regeln für alles und jedes, lässt keinen Raum für den freien Lauf der Fantasie beim Spielen. Und gerade diese Eigenschaften soll Ihr Kind beibehalten.

Ordnung ist übrigens mehr als nur Zusammenräumen. Ab dem zweiten Lebensjahr gibt eine klare Struktur des Tagesablaufes Ihrem  Kind das Gefühl von Sicherheit. Sanftes, aberkonsequentes Eingreifen der Eltern ist angebracht,  wenn sich ein Kind sehr schwer tut,einen halbwegs regelmäßigen Tagesablauf zu finden. Und in diesem Alter kann sich Ihr Kind auch noch relativ leicht an eine klare Struktur gewöhnen – genauso gut aber auch an einen unregelmäßigen Tagesablauf. Letzteres würde spätestens mit dem Schuleintritt zu einem Problem. Mit gewissen Regelmäßigkeiten machen Sie sich und Ihrem Kind das Leben leichter. Sie können etwas besser planen, wenn Sie einen klaren Tages- und Wochenablauf haben, der für alle Beteiligten passt. Und auch Ihr Kind weiß, woran es sich halten kann.

Tipps für Eltern
Ordnung im engeren Sinn – das Aufräumen:

  • Richten Sie feste Plätze für die Spielsachen ein. Lassen Sie dem Kind sein Zimmer als „Übungsplatz”, wo es in gewissem Rahmen seine eigene Ordnung gestalten darf. Dafür können Sie verlangen, dass Sie im Wohnzimmer das Sagen haben.
  • Zwei- bis dreimal die Woche sollten Sie gemeinsam mit Ihrem Kind auch im Kinderzimmer eine vertretbare „Grundordnung” herstellen.
  • Räumen Sie immer nur gemeinsam mit dem Kind auf. Es merkt sich oft ganz genau, wo etwas liegt. Wenn es das dort nicht mehr findet, weil Sie es weggeräumt haben, kann es auf die seltsamsten Ideen kommen, z.B. dass die Sachen von alleine wieder auf ihren Platz zurückwandern.
  • Machen Sie aus dem Zusammenräumen ein Spiel: „Fährst Du bitte das Auto in die Garage zurück?” Und erklären Sie den Sinn: „Dann findest Du es morgen schnell wieder.”
  • Versuchen Sie, Ihr Kind nicht zu oft in einem konzentrierten Spiel zu unterbrechen. Das wirkt sich negativ auf seine spätere Konzentrationsfähigkeit und sein Arbeitsverhalten aus.
  • Bedenken Sie bei all dem: Kinder brauchen viele Wiederholungen. Auch Ordnung muss geübt werden.
  • Um dem Kind die schwierige „zeitliche Ordnung” zu erleichtern, kommentieren Sie möglichst viel: „Zuerst haben wir den Mantel angezogen … dann sind wir spazieren gegangen … dann hast du den lustigen Hund gesehen …”
  • Pflegen Sie „Rituale”, z.B. jeden Morgen die Spieluhr laufen lassen, das Händewaschen vor dem Essen, am Abend immer das gleiche Lied und ein Gute-Nacht-Bussi vor dem Einschlafen. Das gibt dem Kind Sicherheit und Geborgenheit. Der für Ihr Kleinkind noch völlig unübersichtliche „Brei der Zeit“ bekommt Struktur.
  • Kinderreime, Fingerspiele usw., die mit den Ereignissen des kindlichen Alltages zu tun haben, helfen Ihrem Kind, einen besseren „Überblick” zu bekommen.
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