Altes Herz wird wieder Jung

 

Täglich eine abendliche Jogging-runde durch den nahe gelegenen Wald, dazu Radfahrtouren, Wandern, Tennis, zwischendurch ein Fußballmatch mit den Freunden aus Kindertagen: Sport ist für Johann Friedl seit jeher jene große Leidenschaft, „die es mir ermöglicht, den Kopf freizubekommen. Nur beim Sporteln gelingt es mir, die Dinge wieder klarer zu sehen und mit neuer Motivation an Problemlösungen heranzugehen.“ Der 59-jährige Oberösterreicher, der als Personalberater arbeitet, überlegt. „Körperliche Verausgabung ist für mich der mit Abstand entspannendste Ausgleich zu meinem stressigen Beruf.“ Dann muss er lachen. „Und es stärkt natürlich das Ego, beim Joggen einen 20-jährigen Burschen mit Leichtigkeit hinter sich lassen zu können!“

Ein Elefant auf der Brust
Ja, Friedl war als fitter Mann bekannt. Weshalb er den Schmerz, der vor zwei Jahren von einer Sekunde auf die andere kam, auch nicht sofort zuordnen konnte. Gerade noch war er beim gemütlichen Garteln, als sich plötzlich ein Druck- und vor allem Engegefühl im Brustbereich breitmachte. „Ich glaubte, nicht mehr atmen zu können“, erinnert er sich an jenes Ereignis, das ihm auch heute noch ein Schaudern über den Rücken jagen lässt. „Es war, als ob ein Elefant auf meiner Brust stehen würde.“ Als sich der Schmerz rasch in den linken Arm, ja sogar in den Kiefer ausbreitete, sich zudem Schweißausbrüche und Übelkeit zeigten, schlugen bei seiner Ehefrau die Alarmglocken: Johann Friedl hatte, inmitten seines wunderschönen Gartens, einen Herzinfarkt. Der Notarzt brachte ihn ins Krankenhaus, angstvolle Stunden auf der Intensivstation und eine professionelle Notfalltherapie später wurde Friedl bereits wieder entlassen. „An meinen Spitalsaufenthalt kann ich mich nur noch dunkel erinnern“, erzählt Friedl. „Ich weiß nur noch, dass ich unentwegt dafür gebetet habe, meine Enkelkinder wieder sehen zu dürfen.“ Friedls Herz hat sich nach dem Infarkt schnell erholt, die Seele hinkte in der Genesung aber nach. Denn der Schrecken war geblieben. „Die Angst vor einem erneuten Infarkt war sehr lange ständig in meinem Hinterkopf.“ Überfordern wollte Friedl sein angeschlagenes Herz, das anscheinend doch nicht so stark war wie gedacht, keinesfalls. Würde das etwa bedeuten, er müsse auf seinen heißgeliebten Sport verzichten?

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