Allzuviel ist ungesund

„In den ersten Lebensjahren meines Kindes war ich unglaublich dankbar für jede Therapieund Förderstunde, die ich verordnet bekam. Ich war sogar froh über jeden Übungsauftrag, den ich erhielt. Endlich hatte ich das Gefühl, etwas tun zu können für mein Kind, das es vielleicht heil machen könnte. Ich wollte mein Kind reparieren, weil ich es nicht aushalten konnte, ein behindertes Kind zu haben,“ berichtet Karin, Mutter von Gregor, einem mittlerweile erwachsenen Sohn mit schwerer Mehrfachbehinderung.

Sie beschreibt ihre Erfahrungen sehr klar: „Manchmal wusste ich nicht mehr, ob ich nun Gregor‘s Mama oder seine Hilfstherapeutin war? Das erzeugte Stress in mir. Ich beschloss, Anregungen, die sich gut in unseren Alltag integrieren ließen, zu nutzen, wie z.B. dass Gregor immer einen Strohhalm zum Trinken verwenden sollte. In erster Linie bin ich aber seine Mutter! Mit den Jahren konnte ich diese Haltung immer besser leben und so auch immer entspannter mit Fachleuten zusammen arbeiten.“

Viele Eltern berichten, dass sie anfangs aus Unsicherheit und Angst einen Großteil der Verantwortung für die Entwicklung ihrer Kinder bereitwillig an Fachleute abgegeben hätten. Im Nachhinein betrachtet hätten sie sich dabei meist sehr ohnmächtig gefühlt. Mit der Zeit gelingt es Eltern immer besser, das Kind in den Mittelpunkt der Wahrnehmung zu rükken, sich selbst kompetent zu fühlen und auf ein gesundes Maß an Therapie- und Förderangeboten zu achten.

„Erst als ich begann, Gregor so zu sehen, wie er ist, mit all seinen Unzulänglichkeiten, aber auch mit seiner durchdringenden Fröhlichkeit und Herzensfrische, konnte heilsame Ruhe in unser Leben einziehen. Wir fanden gemeinsam heraus, wie viel Therapie und professionelle Förderung gut war. Eine gut funktionierende Antenne für ihn und auch für die Bedürfnisse seiner Geschwister half uns dabei,“ erklärt Karin sehr überzeugt.

Es gibt kein allgemein gültiges Maß, wie viel Therapie und Förderung ein Kind braucht. Therapie- und Förderstunden bedeuten für Ihr Kind anspruchsvolle Arbeit. Manchmal ist weniger mehr. Achten Sie auf Ihre innere Stimme, um Ihr eigenes und genau auf die Bedürfnisse Ihrer Familie abgestimmtes Maß an professioneller Hilfe zu finden.

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Mobile heilpädagogische Frühförderung und Familienbegleitung
Die mobile heilpädagogische Frühförderung und Familienbegleitung kann bereits ab der Geburt bzw. ab dem Säuglingsalter bis maximal zum Kindergarten- oder Schuleintritt (je nach Bundesland) genutzt werden. Angesprochen werden hier Eltern, die sich über die Entwicklung ihres Kindes Sorgen machen bzw. deren Kind eine Beeinträchtigung hat oder bei dem die Wahrscheinlichkeit einer Beeinträchtigung nicht ausgeschlossen werden kann. Frühförderung und Familienbegleitung finden im Regelfall bei Ihnen zu Hause, in gewohnter Umgebung statt. Frühförderinnen/Frühförderer arbeiten spielerisch mit Ihrem Kind und sind auch Ansprechpartner/innen für Anliegen der gesamten Familie. Weiters arbeiten sie erziehungsberatend und unterstützen Sie bei der Suche nach Kindergärten, Schulen, Selbsthilfegruppen, Therapien, … sowie in rechtlichen Belangen.

Ergotherapie
Ergotherapeutinnen/Ergotherapeuten arbeiten an der Verbesserung von Handlungsabläufen, Sinneswahrnehmung und Wahrnehmungsverarbeitung. Sie unterstützen das Kind dabei, größtmögliche Selbständigkeit im Alltag zu erlangen. Auch Konzentration und Ausdauer sind wichtige Ziele in der Ergotherapie. Suchen Sie nach einer Person, die speziell ausgebildet ist, um mit Kindern zu arbeiten. Ergotherapie verfügt über einen wahren Schatz an nützlichen Hilfsmitteln und kann von Kindern jeden Alters in Anspruch genommen werden.

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