„Alle Anderen haben das auch!“ Vom Umgang mit kindlichen Konsumwünschen

Vorbildwirkung Fangen Sie zunächst bei sich selber an:
Wie gehen Sie mit eigenen Konsumwünschen um?
Kaufen Sie spontan ein, worauf Sie gerade Lust haben?
Gönnen Sie sich selber fast nie etwas?
Oder schaffen Sie es, situationsbezogen zu entscheiden?
Was Sie bedenken sollten: je jünger die Kinder sind, desto stärker werden sie durch die Vorbildwirkung der Eltern beeinflusst.

Wertevermittlung in Konsumfragen
Solidarität
Bereits im Kleinkindalter ist es wichtig, das Kind zur Solidarität zu erziehen. Solidarität ist die Basis für individuellen Verzicht im Sinne der Gemeinschaft und somit ein wichtiger Wert im Zusammenhang mit Konsumverhalten. Was heißt das im konkreten Fall?
Das solidarische Kind wird nicht maßlos fordern und finanzielle Engpässe respektieren. Wie erziehe ich mein Kind zur Solidarität? Kultivieren Sie in Ihrer Familie und auch im Freundeskreis das Teilen. Wenn Sie Ihrem Kind eine Packung Kekse geben, fordern Sie es von Anfang an dazu auf anderen davon anzubieten. Ihr Kind soll ebenso erfahren, dass es auch selber zum Nutznießer der Gemeinschaft werden kann.

Belohnungen
Belohnen Sie Ihr Kind mit Lob, Anerkennung und Interesse statt mit Zuckerln und Geschenken. Zuwendung und positive Rückmeldungen sind eine wichtige Basis für die Entwicklung des Kindes und stärken das Selbstwertgefühl. Materielles Verwöhnen fördert in der Regel nur die Besitzgier!

Grenzen
Lukas (2) ist mit seiner Mama im Supermarkt. An der Kassa sticht ihm ein Schokoriegel in die Augen, den er sich sofort krallt. Die Mutter versucht, den Riegel aus seinem Griff zu befreien.

Mutter: „Nein, Luki, zu Hause gibt es jetzt gleich ein gutes Mittagessen, da tun wir vorher keine Schoki essen!“
Lukas: „Schoki!!“
Mutter: „Nein, Luki …“
Lukas fängt an, wie am Spieß zu brüllen. Alle Leute schauen her. Die Mutter ist angespannt und nervös. Es ist Ihr peinlich vor den Leuten, sie will endlich nach Hause, und eigentlich kann dem Lukas doch ein Schokoriegel nicht schaden, oder? Sie kauft ihm den blöden Riegel, damit endlich eine Ruh´ ist.

Die hier beschriebene Mutter verschafft sich mit dem Kauf des Schokoriegels nur sehr kurzfristig Ruhe.

  • Langfristig lernt das Kind: Wenn die Mama: „Nein“ sagt, dann meint sie: „Na ja, wenn du lange genug brüllst, dann vielleicht doch“.
  • Die Mutter hat ihr Kind soeben positiv verstärkt, d.h., sie hat ihm beigebracht, dass Brüllen zu Belohnungen führt. Brüllt das Kind beim nächsten Einkauf wieder, dann ist es nicht bösartig, sondern intelligent es hat den kausalen Zusammenhang „Brüllen Schokoriegel“ verstanden.
  • Die Mutter hat soeben an Glaubwürdigkeit verloren. Ihr „Nein“ ist nicht ernst zu nehmen. Die Labilität der Mutter verwirrt und verunsichert ihren Sohn.

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