Ackerschachtelhalm gegen Ausschläge

Ja, das könnte mancher Landwirt meinen, wenn er auf seinen Feldern das Zinnkraut, wie der Ackerschachtelhalm (Equisetum arvense) üblicherweise bei uns bezeichnet wird, flächenweise wachsen sieht. Doch genauer betrachtet, möchte der Schachtelhalm ja nur auf etwas hinweisen. Er gedeiht nämlich gerade dort gut, wo der Boden sehr verdichtet ist, wo wenig Dünger ist und wo sich sehr leicht Staunässe bilden kann. In Wirklichkeit gibt es kein Unkraut. Jede Pflanze hat ihre ganz bestimmte Funktion im Kreislauf der Natur!

Unser menschlicher Horizont ist zu eng bemessen, um diese Einsicht in ihrer ganzen Fülle ins Denken zu integrieren. Seit der Antike wird der Ackerschachtelhalm als Heilpflanze geschätzt. Der römische Schriftsteller Plinius der Ältere z. B. maß dem Zinnkraut eine so große Kraft zu, dass es seiner Meinung nach genügte, das Kraut nur in der Hand zu halten, um eine Blutung zu stillen. Die Inhaltsstoffe des Ackerschachtelhalms wirken sich positiv auf den menschlichen Organismus durch einen hohen Anteil an Kaliumsalzen und vor allem an Kieselsäure aus. Hierzu möchte ich einen praktischen Tipp für ein heilendes Bad vorschlagen:
150 g getrocknetes Kraut des Ackerschachtelhalms werden in zwei Liter kaltem Wasser drei Stunden lang angesetzt und danach 20 Minuten lang aufgekocht. Nach dem Abseihen wird auch der pflanzliche Rückstand ausgepresst und den frisch gewonnenen Tee leert man in das Badewasser. Das ist eine vorzügliche Anwendung bei Unterschenkelgeschwüren, bei Bartflechte und Gesichtsausschlag. Nach dem Baden unbedingt die trockene Haut mit einem naturbelassenen Kräuteröl einreiben.

Wellness steht ohnehin hoch im Kurs. Es ist sicherlich gut, wenn der Tourismus an den Orten der entsprechenden Angebote auf Schwung gehalten wird, indem viele von den Möglichkeiten der Einrichtungen dieser Art Gebrauch machen. Jedoch sollte man nicht darauf vergessen, auch in den eigenen vier Wänden etwas für die Gesundheit zu tun. Der Ackerschachtelhalm hat, wie eingangs bereits erwähnt, keinen besonders guten Ruf. Diese Zeilen sollen dazu beitragen, dass das anders wird. Denn oft stecken in den unbeachteten und verkannten Kräutern sehr viele gute Inhaltsstoffe, die eigentlich nur darauf warten, entdeckt und genützt zu werden. Vielleicht bietet das Zinnkraut einen Anstoß, um in der Wohnung für Wellness zu sorgen, die zwischendurch angewendet werden kann. Eine installierte Badewanne ist z. B. schon der halbe Eintrittspreis für derlei Erquickungen.

Weitere Informationen:
Kräuterpfarrer-Zentrum
3822 Karlstein/Thaya
Tel.: 02844/70 70-11 oder -31
beratung@kraeuterpfarrer.at
www.kraeuterpfarrer.at

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