Abenteuer Geburt

Durch die Termine des Geburtsvorbereitungskurses wird Ihnen der Weg zum Krankenhaus, aber auch zur Entbindungsstation und das Krankenpflegepersonal vertraut. Sie wissen nun, wie die Aufnahmeformalitäten ablaufen, das Kreißzimmer aussieht – welche alternativen Möglichkeiten bzw. medizinischen Apparate vorhanden sind – und welche Grundeinstellungen das Personal auf der Entbindungsstation pflegt. All dies trägt dazu bei, gefestigt dem Geburtstermin entgegen zu blicken. Ein Teil der Spannung – wie es dann wirklich ablaufen wird – bleibt jedoch stets vorhanden.

Rückt der errechnete Geburtstermin näher, so ist es ratsam, dass Sie noch in aller Ruhe eine Tasche für den Aufenthalt im Krankenhaus packen. Ein gutes Buch, einen Walkman, sowie ein paar Tonträger mit ihrer Lieblingsmusik sollten im Handgepäck nicht fehlen; Kaugummi und Traubenzucker können ebenfalls die Stunden bis zur Geburt des Babys erträglicher machen.

Nun ist es so weit – das lang ersehnte Ereignis der Geburt zeigt seinen Beginn durch Blasensprung oder Einsetzen der Wehen an. Ihre Gefühle sind auch in dieser Phase wahrscheinlich wieder – wie schon so oft in der Schwangerschaft – in Aufruhr. Bedenken Sie, dass Sie sich während der Entbindung in einer Ausnahmesituation befinden, weshalb Sie teilweise anders reagieren werden als sonst. Es hilft Ihnen in dieser Phase, wenn Sie über Ihre Ängste, Schmerzen und Empfindungen sprechen und sich von der Person Ihres Vertrauens unterstützen lassen.

In dieser Ausnahmesituation werden im Körper eigene schmerzhemmende Substanzen produziert. Daneben können Sie jederzeit bei dem Arzt oder der Hebamme nach schmerzlindernden Mitteln verlangen, wenn Sie diese für notwendig halten. Wehen sind schmerzhaft, sie entstehen, wenn sich der Geburtskanal öffnet. Jede Frau erlebt und drückt diese Schmerzen auf ihre ganz individuelle Art und Weise aus. Versuchen Sie sich vom Rhythmus der Wehen mittragen zu lassen und nicht dagegen anzukämpfen – so sind die Schmerzen für Sie besser zu ertragen. Oft hilft auch die Vorstellung, dass nicht nur Ihr Weg bei der Geburt, sondern vor allem der Geburtsweg Ihres Kindes bis zum ersten Schrei ein schwieriger – enger – unangenehmer ist.

Während der Geburt beginnt Ihr Körper so genannte Endorphine – Glückshormone – zu produzieren. Dadurch kann dieses Ereignis trotz der Schmerzen als ein glückliches erlebt werden. Nach unterschiedlich langer Zeit ist dann endlich jener Augenblick da, wo Sie zum ersten Mal Ihr Kind sehen können und schreien hören. In diesem einzigartigen Moment empfinden viele Frauen sehr viel Glück und Freude, aber auch die große Erschöpfung nach der körperlichen Anstrengung. Versuchen Sie dieses erste Miteinander bewusst zu erleben.

Autor: Mag. Susanne Strasser

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