Monatsarchive: May, 2006

Magen-Darmtrakt: Unterschätztes System

Verdaut. Denkt man an Ernährung und damit zusammenhängende Organe, so fallen einem zuallererst Magen und Darm ein. Kein Wunder, ist der Magen-Darmtrakt – nach Mundhöhle und Speiseröhre – das erste Organsystem, das mit der Nahrung in engen Kontakt tritt. Zudem ist der Darm – und das wissen die wenigsten – das größte Abwehrorgan des Körpers, hier befinden sich die meisten Immunzellen. Ist dieses Organsystem jedoch gestört, können mannigfaltige Erkrankungen resultieren: von harmlosen Blähungen über das schwer zu fassende Reizdarmsyndrom bis hin zu chronisch entzündlichen Darmerkrankungen und Darmkrebs. Es zahlt sich daher aus, auf den Darm und seine "Bewohner" zu achten.

Herz-Kreislauf: Sensibles System

Bedrohlich. Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind in den westlichen Industrieländern die Haupttodesursache. Mit über 50 % machen sie den Löwenanteil an der Gesamtmortalität aus, gefolgt von Krebserkrankungen mit rund 25 %. Zu den etablierten, nicht beeinflussbaren Risikofaktoren zählen Alter, Geschlecht und familiäre Belastung. Beeinflussbar dagegen sind die Risikofaktoren Hypertonie, Hypercholesterinämie, Nikotinabusus und Diabetes mellitus. Auch Übergewicht gilt als unabhängiger, eigenständiger Risikofaktor. Nachdem die genannten Faktoren aber nur einen Teil der Erkrankungen erklären können, scheinen noch weitere, derzeit unbekannte, Risikofaktoren zu existieren. Ein potenzieller "Kandidat" hierfür ist ein erhöhter Homocysteinspiegel.

Allergien: Wenn Lebensmittel Angst machen

Belastend. Die Diskrepanz zwischen vermuteter und tatsächlich diagnostizierter Lebensmittelallergie ist groß: In Umfragen geben bis zu 25 % der befragten Personen an, an einer Nahrungsmittelallergie zu leiden. Die Prävalenzen für echte Lebensmittelallergien bei Erwachsenen liegen jedoch nur zwischen 0,8 und 2,4 %. Kinder sind mit einer Häufigkeit von bis zu 6 % in größerem Ausmaß davon betroffen. Wahrscheinlich beruht die unterschiedliche Einschätzung auch darauf, dass von Laien viele Erscheinungsformen von Nahrungsmittelunverträglichkeiten fälschlicherweise einer Allergie zugeordnet werden.

Senioren: Im Herbst des Lebens

Better aging. Wann fängt das Altern eigentlich an? Wer ist alt, wer zählt zu den Senioren? So einfach können diese Fragen nicht beantwortet werden. Medizinischer Fortschritt, bessere Ernährung, weniger belastende Arbeitsbedingungen und ein gesünderer Lebensstil tragen dazu bei, dass in den letzten Jahren die Zahl der "jungen" Alten zunimmt. Die "aktiven Senioren" werden zu einem immer wichtigeren Wirtschaftsfaktor. Durch die bessere medizinische Versorgung steigt aber auch die Zahl der hilfs- und pflegebedürftigen Hochbetagten, bei denen oft gravierende Nährstofflücken festgestellt werden.

Sportler: Essen für die Fitness

Aktiv. Ob für Sportler besondere Ernährungsempfehlungen gelten, hängt in erster Linie vom Ausmaß der sportlichen Aktivität ab. Breiten- und Gesundheitssportler sind bestens versorgt, wenn sie sich an die allgemeinen Empfehlungen halten, im Spitzensport dagegen machen spezielle Ernährungsstrategien, oft auch Spezialpräparate, Sinn. Leider wird auf dem Weg zur Leistungssteigerung gerade im Breitensport allzu häufig auf Supplemente gesetzt, während gleichzeitig nicht einmal die grundlegendsten Ernährungsempfehlungen umgesetzt werden.

Kinder: Keine „kleinen Erwachsenen“

Prägend. Mit der Durchtrennung der Nabelschnur findet die fundamentalste Ernährungsumstellung im Leben des Menschen statt: Während der Fetus "parenteral" über die Nabelschnur kontinuierlich mit niedermolekularen Nährstoffen versorgt wurde, muss das Neugeborene auf einmal durch aktives Saugen intermittierend mit makromolekularen Nährstoffen fertig werden. Die nachfolgenden ersten "Ernährungsjahre" sind besonders im Hinblick auf die Entstehung und Festigung von Essgewohnheiten sowie die körperliche und kognitive Entwicklung bedeutsam.

Junge Mütter: Schwangere und Stillende

Von Anfang an. In der Schwangerschaft ist eine angepasste Nährstoffversorgung von größter Bedeutung. Der Bedarf an vielen Nährstoffen ist erhöht und diese Phase im Leben einer Frau ist auch eine, in der gezielte Supplementierung mit einzelnen Mikronährstoffen in Erwägung gezogen werden sollte. Darüber hinaus zeigen Forschungsergebnisse, dass bereits die Ernährungsgewohnheiten der Mutter während der Schwangerschaft Auswirkungen auf die späteren Essgewohnheiten des Kindes haben können. Aber auch die Stillzeit legt entscheidende Weichen für die folgenden Jahre. Nicht nur im Hinblick auf die körperliche Entwicklung des Kindes, sondern auch in Bezug auf Krankheitsrisiken.

Essstörungen: Keine harmlosen Marotten

Essphobie. "Ich esse keine Suppe! Nein! Nein, meine Suppe ess' ich nicht!" Wer kennt sie nicht, die Geschichte vom Suppenkaspar aus dem Kinderbuch "Der Struwelpeter" von Heinrich Hoffmann, erschienen im Jahre 1845. Wahrscheinlich eine der ersten Darstellungen von Magersucht in der Literatur. Heutzutage stellen Essstörungen in industrialisierten Ländern ein zunehmendes Gesundheitsproblem dar. Die Ursachen liegen meist im persönlichen, familiären und sozialen Bereich, die Entstehungsgründe sind vielfältig und individuell sehr unterschiedlich.

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