Impfen schützt

Neben Antibiotika gelten Impfungen als die erfolgreichste Entwicklung der Medizingeschichte und gehören weltweit zu den wirksamsten und sichersten Gesundheitsmaßnahmen. So konnte die Kindersterblichkeit drastisch reduziert werden. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) verhindern Impfungen weltweit jährlich zwei bis drei Millionen Todesfälle. Aber immer noch sterben laut Schätzungen der WHO vor allem in Afrika und Asien täglich 400 bis 500 Kinder allein an Masern. An einer Krankheit, die seit Jahren schon ausgerottet sein könnte.

Österreich liegt deutlich unter der empfohlenen Impfquote
Während die Impfrate in sehr vielen Entwicklungsländern wegen mangelnder oder auch schlecht gelagerter und somit unwirksamer Impfstoffe, aber auch aufgrund von Kriegen und einer miserablen Infrastruktur sehr niedrig ist, hat sich in großen Teilen Europas eine gewisse Impfmüdigkeit breitgemacht. Um die Bevölkerung beispielsweise vor Masern zu schützen, ist nach WHO-Angaben in allen Ländern eine 95-Prozent-Quote mit zwei Impfdosen nötig. Nach Daten der zuständigen EU-Agentur für Prävention und Kontrolle von Krankheiten erfüllten 2017 nur Schweden, Ungarn, die Slowakei und Portugal die 95-Prozent-Quote. Zu den Schlusslichtern in der EU mit einer unter 85-Prozent-Quote gehört neben Frankreich, Rumänien, Griechenland und Malta auch Österreich. Deutschland sowie die übrigen EU-Länder erzielten Quoten zwischen 85 und 94 Prozent.

Hilfe fürs Immunsystem
Unser Immunsystem ist dafür gedacht, Infekte zu erkennen und abzuwehren. Das ist ein lebenslanger Lernprozess, der mit der Geburt beginnt. „Das Ziel von Impfungen ist, schon von Geburt an einen Schutz gegen gefährliche, teils lebensbedrohende Infektionen aufzubauen“, sagt Univ.-Doz. Dr. Ursula Hollenstein, Fachärztin für innere Medizin, Zusatzfach für Infektiologie und Tropenmedizin, Diplom für Tropen-, Reise-, Tauch- und Hyperbarmedizin (www.traveldoc.at) in Wien. „Viele dieser Erkrankungen werden durch Viren hervorgerufen, gegen die es keine medikamentöse Behandlung, sehr wohl aber eine Impfung gibt.“ Hinzu kommt: „Ein Großteil der Erkrankungen betreffen das frühe Lebensalter und können lebensbedrohend sein. So etwa ist der erste Häufigkeitsgipfel bei Rotaviren und Meningokokken sehr früh. Das Immunsystem eines Kleinkindes ist zwar noch nicht fähig, gewisse Krankheitserreger abzuwehren, jedoch zweifelsfrei dazu imstande, die in Impfungen enthaltenen Antigenmengen zu verkraften.“ Entgegen anderslautenden Meinungen sei auch die heute übliche 6-fach-Impfung immunologisch kein Problem und habe weitere Vorteile zu bieten. „Es fällt schwer, ein kleines Kind zu stechen und ihm Schmerzen zuzufügen“, sagt die Ärztin. „Je weniger ein Kind gestochen werden muss, desto besser ist das für alle Beteiligten. Es hat auch einen logistischen Vorteil, weil damit die Anzahl der Besuche beim Kinderarzt reduziert wird und jede Vereinfachung dazu beiträgt, eine möglichst durchgeimpfte Population zu erreichen.“

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